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Kommunale Vertreter*innen diskutieren über Wohnen, Mobilität und Nachbarschaft im Quartier

Wie können generationengerechte Lebensräume gestaltet werden? Um diese Frage drehte sich der digitale Fachtag im Zukunftsraum Demografie am 29. September 2026. Mehr als 150 kommunale Akteur*innen nahmen teil, diskutierten untereinander und brachten ihre Perspektiven ein.

Drei Personen im Park. Eine ältere Dame sitzt auf einer Bank. Ein älterer Mann im Rollstuhl. Daneben hockt ein jüngerer Mann und die drei unterhalten sich.

Der erste digitale Fachtag im Zukunftsraum Demografie am 9. Dezember 2025 widmete sich dem Thema "Sorgende Gemeinschaften". Ein Ergebnis dieser Veranstaltung war, sich im Zukunftsraum Demografie intensiver mit "Wohnen" und "Wohnumfeld" zu beschäftigen. Dem Wunsch kam die Geschäftsstelle Zukunftsraum Demografie mit dem zweiten Digitalen Fachtag nach. Er bildete den Abschluss des Themenquartals "Wohnen, Mobilität & Stadtentwicklung".

Unter dem Titel "Im Alter gut verbunden – Wohnen, Mobilität und Nachbarschaft im Quartier" wurde ein Schwerpunkt auf die unmittelbaren Lebensräume vor Ort gelegt, in denen wir alle gut aufwachsen und gut alt werden können. Es ging um die eigene Wohnung, altersgerechtes Wohnen, Nachbarschaft und Mobilität.

Dr. Miriam Saati, Leiterin der Unterabteilung 62 im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), begrüßte die Teilnehmer*innen und hob den besonderen Wert der Teilnahme kommunaler Vertreter und Vertreterinnen an dem Digitalen Fachtag hervor. Denn durch die rege Beteiligung der Kommunen und das Einbringen ihrer Perspektiven zu dem, was vor Ort geschieht, können im Zukunftsraum Demografie Erkenntnisse und Ergebnisse für Verwaltungen und Politik gewonnen werden.

Das Programm war eine Mischung aus theoretischen Impulsen und Praxisbeispielen, gefolgt von Arbeit in Kleingruppen. Während des Fachtags wurde immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, bei diesem Thema alle Generationen im Blick zu haben.

Daniel Schwertfeger, wissenschaftlicher Fachreferent in der Geschäftsstelle Zukunftsraum Demografie, lieferte einen Impuls zur ökologischen Gerontologie. Er skizzierte neue Perspektiven auf das altersgerechte Wohnen und die dafür nötigen materiellen und sozialräumlichen Voraussetzungen, indem er das Leitbild "Ageing in Place" mit dem Ansatz "Ageing in Community" verband. Monika Schneider, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnanpassung e. V. und Agentur für Wohnkonzepte, zeigte in ihrem Impuls "Raum für die Zukunft – Handlungsoptionen für ein altersgerechtes Wohnen" zunächst Bestand und Bedarf an barrierereduzierten Wohnungen auf. Sie ging auf verschiedene Herausforderungen angesichts des demografischen Wandels ein, insbesondere mit Blick auf die Organisation von Pflege und Sorgearbeit: Strukturwandel und Vielfalt des Alterns, veränderte Lebensbedingungen und diverse Familienkonstellationen. Bei den Handlungsoptionen für Kommunen ging sie u.a. auf das Thema Wohnungsanpassung - hier gibt es einen großen Bedarf an Beratung - ein, aber auch um Neubau und neue Wohnformen wie gemeinschaftliche Wohnprojekte, betreutes Wohnen und Pflege-Wohngemeinschaften.

Nach den zwei Impulsen gab es ein Gespräch zwischen Daniel Schwertfeger und Monika Schneider und die Teilnehmenden konnten sich mit Fragen und Anmerkungen einbringen. 

Am Nachmittag standen zwei Impulse aus der Praxis im Mittelpunkt. Thorsten Rösch (Emsdetten) präsentierte zahlreiche Beispiele aus dem Bereich Mobilität, die zeigten, warum seine Stadt ein guter Wohnort im Alter ist. Die Voraussetzungen für das integrierte Mobilitätskonzept leiten sich aus dem städtebaulichen Prinzip Innen wohnen, außen schonen ab und daraus, dass viele Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden können. Die Beteiligung der Emsdettener*innen an dem Mobilitätskonzept erfolgte über verschiedene Formate.

Martin Feller hat seine Erfahrungen aus der kommunalen Praxis in Bad Bevensen mit Blick auf die Themen Beteiligung, Mobilität, Begegnung und Netzwerke geteilt. In seinem Verständnis von kommunalem Handeln hat Herr Feller den Alltag der Menschen als Ausgangspunkt gesetzt. Damit im Zusammenhang steht für ihn auch, vor Ort für die Menschen ansprechbar zu sein und entsprechende Angebote zu machen. Die Mitwirkung der Bürger und Bürgerinnen in kommunaler Politik und Verwaltung wird in Bad Bevensen durch eine Inklusionsbeirat sowie durch ein Jugendparlament umgesetzt, was auf großes Interesse der Teilnehmenden am Digitalen Fachtag gestoßen ist.

Der Fachtag ermöglichte viel Austausch und Erkenntnisgewinn und wurde durchweg positiv bewertet.

Der Zukunftsraum kommunale Demografiegestaltung wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Geschäftsstelle ist im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. angesiedelt.