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Wege zu mehr Chancengerechtigkeit im Sport

Am 1. September stand beim Livestream "Diskriminierung im Profifußball" des Sozialministeriums Baden-Württemberg und der Antidiskriminierungsstelle des Landes die Frage im Mittelpunkt, wie eine offene und respektvolle Fankultur gestärkt werden kann. Mit dabei war auch das kompetenzz-Projekt "Klischeefrei im Sport – No Stereotypes". 

Gruppenbild des PanelsKlischeefrei im Sport beim Livestream-Event "Diskriminierung im Fußball"  | Bild: Antidiskriminierungsstelle des Landes Baden-Württemberg

Im Rahmen des Landesaktionsplans gegen Diskriminierung und Rassismus haben das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg und die Antidiskriminierungsstelle des Landes zu einem Livestream zum Thema Diskriminierung im Profifußball eingeladen. Im Fokus standen die Herausforderungen durch Rassismus und Sexismus im Fußball sowie Handlungsmöglichkeiten für einen diskriminierungsfreien Sport.

Zu den Gästen der Veranstaltung zählten die Ethnologin und Expertin für Rassismuskritik und Kulturwandel im Profifußball Rachel Etse sowie Pablo Thiam, Direktor des Talentwerks des VfL Bochum. Gemeinsam beleuchteten sie die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Rassismus im Fußball und diskutierten Ansätze zum Abbau diskriminierender Strukturen. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung hervorgehoben, rassistische Diskriminierung klar zu benennen und offen über entsprechende Erfahrungen und Missstände zu sprechen.

Auch Sexismus im Fußball wurde als vielschichtige Herausforderung thematisiert. Er zeigt sich in Organisationsstrukturen, bei der Besetzung von Führungs- und Entscheidungspositionen, im Trainer*innen- und Schiedsrichter*innenwesen sowie auf den Tribünen.

Für "Klischeefrei im Sport" nahm Projektleitung Juliana Groß an der Gesprächsrunde teil und brachte die Perspektive des Projekts in die Diskussion ein. Dabei wurde deutlich: Geschlechterstereotype prägen nach wie vor den Sport und können Ausgrenzung sowie Alltagssexismus begünstigen. Sie beeinflussen, wer welchen Sport treibt, Führungsrollen übernimmt oder als kompetent wahrgenommen wird. Insbesondere Frauen müssen sich in männlich geprägten und dominierten Sportarten häufig stärker beweisen. Einigkeit bestand unter den Panelist*innen darüber, dass Bildungs- und Sensibilisierungsangebote entscheidend sind, um Diskriminierung zu erkennen, ihr wirksam entgegenzutreten und langfristig Veränderungen in den Strukturen des Sports anzustoßen.

Die Teilnehmenden waren sich darüber hinaus einig, dass diskriminierende Praktiken noch zu häufig unwidersprochen bleiben. Um nachhaltige Veränderungen zu erreichen, brauche es Verbündete, Empathie, Zivilcourage und die Bereitschaft, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen.

Organisiert wurde die Veranstaltung durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg sowie die Antidiskriminierungsstelle des Landes Baden-Württemberg unter Leitung von Dr. Nina Guérin. Die gelungene Gesamtmoderation der Veranstaltung übernahm die Journalistin Mara Pfeiffer.

Der Mitschnitt der Veranstaltung ist auf dem YouTube-Kanal des Sozialministeriums Baden-Württemberg verfügbar: https://www.youtube.com/watch?v=xG1lwK7H0XM

"Klischeefrei im Sport – No Stereotypes" wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Das Projekt ist im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. (kompetenzz) angesiedelt.