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Wanderausstellung "Versäumte Bilder" eröffnet in Würzburg
Am 17. September kommt die Wanderausstellung "Versäumte Bilder" an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Im Fokus stehen übersehene Pionierinnen – neu visualisiert mithilfe generativer Bild-KI.
In Würzburg sind insgesamt 17 Porträts zu sehen: Neben 16 bereits entstandenen Bildnissen kommt mit der Naturforscherin Barbara Thein (1775–1842) ein neues "versäumtes Bild" hinzu. Sie gilt als erste Frau, die an der Universität Würzburg nachweisbar wissenschaftlich tätig war. Ihre Geschichte steht beispielhaft für die vielen Frauen, deren Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte lange kaum beachtet wurden.
Von vielen dieser Pionierinnen ist keine bildliche Darstellung überliefert – oder zumindest kein Porträt, das ihrer Bedeutung als Wissenschaftlerin und Innovatorin gerecht wird. Für die Wanderausstellung werden deshalb mithilfe generativer KI neue Porträts entwickelt. Die Fotografin und Wissenschaftskommunikatorin Gesine Born hat dazu das Konzept der "versäumten Bilder" entwickelt: Auf Grundlage historischer Informationen und überlieferter Bildquellen entstehen visuelle Annäherungen an Frauen, deren Gesichter im kollektiven Bildgedächtnis fehlen.
KI-Bilder als Impuls für mehr Sichtbarkeit innovativer Frauen
Dabei geht es nicht darum, historische Bilder zu ersetzen. Die KI-generierten Porträts dienen vielmehr als Anlass und Impuls, Leben und Leistungen dieser Pionierinnen öffentlich sichtbar zu machen. Sie verstehen sich als eine Form der Anerkennung, die den Frauen zu Lebzeiten verwehrt blieb. Gleichzeitig regen sie an, die heutige Situation von innovativen Frauen in Wissenschaft und Gesellschaft und strukturelle Bedingungen von gesellschaftlicher Sichtbarkeit zu reflektieren.
Pionierinnen sichtbar machen – Kulturwandel anstoßen
Die Wanderausstellung macht in den kommenden eineinhalb Jahren an verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland Station. Jede Station erweitert die Sammlung um ein neues "versäumtes Bild": Die beteiligten Einrichtungen recherchieren in ihrer eigenen Geschichte nach einer innovativen Frau, deren Beitrag bislang kaum erinnert oder öffentlich gewürdigt wurde.
Die KI-Porträts werden von Gesine Born in Zusammenarbeit mit den beteiligten Universitäten und Forschungseinrichtungen entwickelt. Zu den bisher Porträtierten gehören unter anderem die Astronomin Maria Margareta Winkelmann-Kirch (1670–1720) und die Parasitologin Maria von Linden (1896–1936). Winkelmann-Kirchs Porträt entstand im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt; das Porträt von Maria von Linden wurde von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in Auftrag gegeben.
Die Wanderausstellung: Versäumte Bilder ist vom 17. September bis 26. Oktober 2026 im Forum des Universitätsgebäudes am Wittelsbacherplatz 1 in Würzburg zu sehen.
Weiterführende Informationen über die porträtierten Frauen und die Entstehung der KI-generierten Bildnisse sind ab Mitte September auch in der digitalen Ausstellung unter wanderausstellung-versäumte-bilder.de zu entdecken. Ergänzend wird die Website Hintergrundwissen zu Gleichstellung, sozial verantwortungsvoller KI sowie zur Sichtbarkeit von Frauen in Wissenschaft und Innovation bieten.
Das Metavorhaben "Innovative Frauen im Fokus" (meta-IFiF) ist bei kompetenzz angesiedelt und wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation: Leistungen und Potenziale sichtbar machen, Sichtbarkeit strukturell verankern (Innovative Frauen im Fokus). Das Projekt "Wanderausstellung: Versäumte Bilder" ist Teil von meta-IFiF.
