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Wenn Leistungen von Frauen unsichtbar bleiben

"Komm, mach MINT." als positives Beispiel gegen den Matilda-Effekt. Der Matilda-Effekt beschreibt ein Phänomen, das Frauen in Wissenschaft und Technik über lange Zeit begleitet hat und auch heute noch vorkommt: Ihre wissenschaftlichen Leistungen und Beiträge werden weniger anerkannt, unterschätzt oder männlichen Kollegen zugeschrieben.

Der Matilda-Effekt

Benannt wurde der Effekt nach der US-amerikanischen Frauenrechtlerin Matilda Joslyn Gage. Die Wissenschaftshistorikerin Margaret W. Rossiter prägte den Begriff 1993.

Der Effekt macht deutlich: Sichtbarkeit ist für Frauen nicht selbstverständlich und auch heute ist die Sichtbarkeit von Frauen ein relevantes Thema.

Frauen werden auch heute z. B. seltener in die mediale Berichterstattung einbezogen als ihre männlichen Kollegen. Insgesamt sind 74 Prozent der Expert*innen in TV-Informationsformaten männlich. Dies gilt auch für Bereiche, in denen annähernd gleich viele oder überwiegend Frauen arbeiten (Studie Sichtbarkeit und Vielfalt, 2021).

Ein Mangel an weiblichen Vorbildern macht sich insbesondere im MINT-Bereich bemerkbar. Der Frauenanteil an den Studienanfänger*innen in den MINT-Fächern lag 2025 in den MINT-Fächern bei gerade einmal 36 % (Datentool kompetenzz, 2025)

Komm, mach MINT. im französischen Deutschunterricht

Auszug aus dem Deutschlehrwerk zum Matilda-Effekt

Der Fremdsprachenfachverlag der Stuttgarter Klett-Gruppe, Éditions Maison des Langues, bringt in seinem neuen Lehrwerk "Fantastisch! Lycée 1re Programme 2025" das Thema Sichtbarkeit von Frauen in MINT ins französische Klassenzimmer. Das Projekt "Komm, mach MINT." wird darin als positives Beispiel gegen den Matilda-Effekt vorgestellt.

"Komm, mach MINT." setzt sich seit 2008 für Mädchen und Frauen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ein. Ziel des Projektes ist es, realistische Einblicke in MINT-Berufsfelder zu vermitteln, Rollenklischees zu überwinden und mehr Frauen für Studiengänge, Berufe und Karrieren in Wissenschaft und Technik zu begeistern. Dazu setzt das Projekt u.a. auf die Vermittlung von Rollenvorbildern – etwa über Interviews und Videoporträts mit MINT-Studentinnen und Frauen im MINT-Beruf.

Die Initiative geht auf den Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen "Komm, mach MINT." zurück, der von 2008 bis 2021 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (heute: BMFTR) gefördert wurde. Nach dem Ende der Projektförderung wurde “Komm, mach MINT.“ durch das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. verstetigt. Die Website wird kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt und bleibt damit eine etablierte Informations- und Servicestelle für Mädchen und Frauen, die sich für MINT interessieren.