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Klischeefreie Berufsorientierung beginnt in der Lehrkräftebildung

Ein Pilotprojekt mit der Universität Münster zeigt, wie Veränderung systematisch gelingen kann.

Miguel Diaz, (Leiter der Servicestelle der Initiative Klischeefrei), Prof.'in Dr. Katja Driesel-Lange (Universität Münster), Christoph Kröger (Servicestelle der Initiative Klischeefrei)von links: Miguel Diaz, (Leiter der Servicestelle der Initiative Klischeefrei), Prof.'in Dr. Katja Driesel-Lange (Universität Münster), Christoph Kröger (Servicestelle der Initiative Klischeefrei) | Bild: Initiative Klischeefrei

Berufsorientierung ist ein zentraler Bestandteil schulischer Bildung. Sie unterstützt junge Menschen dabei, ihre Interessen, Stärken und beruflichen Möglichkeiten kennenzulernen. Gleichzeitig wirken Geschlechterklischees noch immer auf Bildungs- und Berufsentscheidungen ein – oft unbewusst, aber mit spürbaren Folgen.

Ein wichtiger Hebel setzt deshalb früh an, nämlich in der Ausbildung angehender Lehrkräfte. Denn Lehrkräfte begleiten Schülerinnen und Schüler nicht nur fachlich. Sie prägen auch Lernräume, geben Impulse, eröffnen Perspektiven und können dazu beitragen, stereotype Vorstellungen von Berufen zu hinterfragen.

Genau hier setzt das gemeinsame Pilotprojekt der Universität Münster und der Initiative Klischeefrei an.

Im Rahmen eines Werkstattseminars wurde erprobt, wie klischeefreie Berufsorientierung systematisch in die Lehramtsausbildung integriert werden kann. Ziel war es, Studierende frühzeitig für das Thema zu sensibilisieren und ihnen konkrete didaktische Werkzeuge für ihre spätere Schulpraxis an die Hand zu geben.

Das Seminar verband theoretische Impulse mit praktischer Anwendung. Die Studierenden setzten sich mit Geschlechterklischees in der Berufsorientierung auseinander, reflektierten eigene Perspektiven auf Geschlecht und Beruf und entwickelten Unterrichtskonzepte für unterschiedliche Fächer.

Entstanden sind vielfältige Ideen, unter anderem für Biologie, Deutsch und Philosophie. Sie zeigen, dass klischeefreie Berufsorientierung kein zusätzliches Thema neben dem Unterricht sein muss, sondern dass diese fachlich eingebettet, praxisnah und altersgerecht umgesetzt werden kann.

Zum Artikel der Initiative Klischeefrei: Klischeefreie Berufsorientierung beginnt in der Lehrkräftebildung

 

Die Servicestelle der Initiative Klischeefrei besteht aus einer Fachstelle im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. sowie einer Stelle für Öffentlichkeitsarbeit, die im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) angesiedelt ist. Die Initiative Klischeefrei wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative Bildungsketten.