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"Interaktivität und Vielfältigkeit": Ein Interview mit Leonie Kraatz zu ihrem Praktikum

Wie wird aus einer analogen Onboarding-Mappe ein interaktives E-Learning-Erlebnis? Im Rahmen ihres Pflichtpraktikums bei kompetenzz hat Leonie Kraatz genau diese Herausforderung angenommen. Im Interview spricht sie über ihre Begeisterung für digitale Bildung, die Entwicklung des neuen Onboarding-Kurses und darüber, welche Chancen interaktive Lernformate für modernes Wissensmanagement bieten.

Ein Mockup eines PC-Bildschirms mit einem Screenshot des KursesNeue Mitarbeitende können ab sofort den digitalen Onboarding-Kurs bei kompetenzz nutzen. 

Liebe Leonie, du studierst Medienwissenschaften im Master an der Universität Paderborn und bist nun fast am Ende deines Studiums – was hat dich ursprünglich an diesem Fachbereich besonders gereizt?

Ich habe mich schon immer sehr für Medien und Kommunikation interessiert. Am Fachbereich der Medienwissenschaft hat mich insbesondere die Verknüpfung von Theorie und Praxis gereizt. Ich finde es z.B. sehr spannend zu analysieren, wie sich Medien und Gesellschaften gegenseitig beeinflussen und entsprechende Zusammenhänge aus einer medienpädagogischen bzw. mediensoziologischen Perspektive zu beleuchten. Außerdem reizt mich das Wechselspiel zwischen Potenzialen neuer digitaler sowie technischer Innovationen und einer kritischen Betrachtungsweise des Einflusses von neuen Medientechnologien und -phänomenen auf das Handeln und Denken einer Gesellschaft. Die Bereiche der Sozialen Medien und digitalen Bildungstechnologien interessieren mich dabei besonders. 

Ein Schwerpunkt deiner Interessen liegt im Bereich E-Learning und digitaler Weiterbildung. Was fasziniert dich an diesem Feld besonders?

Mein Interesse für den Bereich der Medienpädagogik wurde bereits während meiner Schulzeit im Pädagogik-Leistungskurs geweckt und ist in thematisch passenden Seminaren im Studium gewachsen. 

Konkreter habe ich den Bereich der digitalen Weiterbildung und des E-Learnings während meiner ersten SHK-Stelle im Projekt "KMU. Einfach Sicher." kennengelernt. Da habe ich gemeinsam mit einem interdisziplinären Team an der Konzeption und dem Aufbau einer digitalen Weiterbildungsplattform bzw. von interaktiven Weiterbildungsinhalten für KMUs zum Thema IT-Sicherheit gearbeitet.  

Inzwischen begeistert mich insbesondere das Zusammenspiel von analytischer, konzeptioneller und kreativer Arbeit. Zudem macht die Aufgabe, sich immer wieder in z.T. neue Bereiche einzuarbeiten und komplexe Informationsbausteine kurz, prägnant und verständlich zu vermitteln, die Arbeit sehr abwechslungsreich. Ansätze wie "Gamification" und das "Storytelling" stetig mitzudenken, macht es zusätzlich interessant.  

Wie bist du auf das Kompetenzzentrum aufmerksam geworden und warum hast du dich für dein Pflichtpraktikum bei uns entschieden?

Auf das Kompetenzzentrum bin ich über drei Ecken, während meiner Suche nach einem Praktikumsplatz, aufmerksam geworden. Auf der Webseite habe ich mich über kompetenzz informiert und die Praktikumsausschreibung gesehen. Mit meinem Hintergrund der Medienwissenschaften und meinem Fokus auf digitale Technologien und gesellschaftliche Strukturen, hat mich das Vorhaben der Organisation direkt begeistert. Dass ich mich im Studium unter anderem auch mit medialen Geschlechterstereotypen und deren Reproduktion in sozialen wie auch algorithmischen Systemen beschäftigt habe, passte dann besonders gut. 

An der konkreten Ausschreibung hat mich besonders die Kombination aus dem Bereich des Wissensmanagements und des E-Learnings angesprochen.

Ein zentraler Teil deines Praktikums war die Überarbeitung des Onboarding-Prozesses für neue Mitarbeiter*innen bei kompetenzz. Dabei hast du aus einer analogen Onboardingmappe ein digitales E-Learning-Modul entwickelt. Kannst du uns einen kurzen Einblick geben, wie du dabei vorgegangen bist?

Bevor ich angefangen habe an dem Onboarding zu arbeiten, habe ich mich mit dem Wiki von kompetenzz auseinandergesetzt. Das Onboarding sollte nämlich – neben der Willkommensmappe - wichtige Informationen aus dem Wiki aufgreifen, ohne diese einfach zu kopieren. Anschließend habe ich die bereits bestehenden Ideen der Arbeitsgruppe Wissensmanagement gesichtet und mich mit der zuständigen Person besprochen. 

Im Anschluss habe ich begonnen, mir Gedanken zur Struktur der Tage und den jeweiligen Themen, aber auch zu konkreten Inhalten zu machen. Nachfolgend habe ich die interaktiven Inhalte Tag für Tag konzipiert, gestaltet und in den Kurs implementiert, indem ich sie durch kurze Textbausteine miteinander verbunden habe. Einmal pro Woche gab es zudem ein Meeting, in dem wir uns zum aktuellen Stand ausgetauscht und Ideen sowie Feedback gesammelt haben. 
Nachdem der Großteil der Inhalte erstellt war, habe ich begonnen Rückmeldungen, Feedback und auch Bedienungshinweise zur Optimierung der Nutzungserfahrung umzusetzen und einzubauen. 

Welche digitalen Tools oder Methoden hast du für das E-Learning-Modul eingesetzt?

Ich habe vor allem multimediale H5P-Inhalte und die Moodle-Plattform verwendet. Dazu gehören z.B. Quizze, interaktive Videos oder spielerische Inhaltsformen wie Drag-and-Drop oder ein Memory. Hintergrundbilder oder weitere Gestaltungselemente habe ich mit Canva angefertigt oder mithilfe von KI generiert. 

Aus einem Blickwinkel didaktischer (digitaler) Methoden habe ich unter anderem die Grundprinzipien einer effektiven Narration angewendet, um die Inhalte motivierend, verständlich und wirksam zu gestalten. Dazu gehört z.B. die strukturelle Klarheit, der emotionale Bezug, interaktive Elemente sowie ein multisensorisches Erleben. Darüber hinaus folgen die Tage bzw. die Etappen einer "Drei-Akt-Struktur" (Setup, Confrontation, Resolution) und dem CCAF-Modell (Content, Challenge, Activity, Feedback) für interaktives Design. 

Ferner habe ich die Möglichkeiten zur Gamification in Moodle genutzt, indem ich neben dem Punktesystem auch unterschiedliche Badges angelegt habe, die mit dem Abschluss von Aufgaben erlangt werden können.  

Wenn du auf das Projekt zurückblickst: Was sind für dich die größten Mehrwerte eines digitalen Onboardings im Vergleich zur klassischen Papiermappe?

Ganz klar, die Interaktivität und Vielfältigkeit der Gestaltungsmöglichkeiten der Inhalte! Der Mehrwert des Onboarding-Kurses ist zudem nicht auf die erste Woche begrenzt, sondern bleibt für die gesamte Zeit bei kompetenzz relevant, da Inhalte und Infos immer wieder aufgefrischt oder nachgeschlagen werden können. Außerdem hoffe ich, dass die Interaktivität und visuelle Aufbereitung der Inhalte die Lernmotivation steigert und in der ersten, meist sehr aufregenden, Woche Orientierung bereitstellt.

Welche Kompetenzen oder neuen Erfahrungen konntest du aus diesem Projekt für dich persönlich mitnehmen?

Im Projekt konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln. Einerseits habe ich meinen Umgang mit Moodle als Weiterbildungsplattform sowie die Umsetzung interaktiver Inhalte mit H5P geschult, während ich mir andererseits konzeptionelle und didaktische Methoden angeeignet habe, um Inhalte strukturiert und verständlich aufzubereiten. 

Ich habe Einblicke in das Projektmanagement im Sinne der Planung und Umsetzung erhalten, indem ich die verschiedenen Phasen im kleinen Projekt der Digitalisierung des Onboardings durchlaufen habe. Neben der selbstständigen Arbeit und dem Umgang mit Feedbackstrukturen im Team, waren auch meine Problemlösungsstrategien gefordert, denn Moodle ermöglicht viel, aber bei weitem nicht alles, sodass oft kreative Workarounds gefragt sind.

Zum Abschluss: Gibt es etwas, das du zukünftigen Praktikant*innen im Kompetenzzentrum mit auf den Weg geben würdest?

Neuen Praktikant*innen würde ich raten mutig zu sein und Dinge, wenn möglich, einfach auszuprobieren. Mir wurde direkt zu Beginn des Praktikums viel Vertrauen in mich und meine Selbstständigkeit entgegengebracht, sodass ich vieles ausprobieren, somit auch viel Neues lernen und wichtige Erkenntnisse sammeln konnte. 

Vielen Dank für das Interview und für deine Zeit bei kompetenzz Leonie!