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Engagement der IT-Branche für weiblichen Nachwuchs gefordert

Der Nachwuchsmangel in der Informatik ist weiblich! - Das war eine der Top-Botschaften des ausklingenden Informatikjahres für 2007. Dem gegenüber stehen Arbeitslosenzahlen, die in der Informatik nur leicht zurückgehen. Und die Zahl der in der Informatik beschäftigten Frauen ist seit 2003 sogar rückläufig. Will die Wirtschaft mehr Frauen für den IT- Bereich gewinnen, muss sie attraktive Einstiegs- und Aufstiegschancen bieten, so die Forderung des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.

Seit dem Boomjahr 2000 ist die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger in der Informatik insgesamt um rund 30 Prozent eingebrochen. Das bedeutet, dass zukünftig noch weniger als 14.000 Informatikabsolventinnen und -absolventen die Hochschulen verlassen werden. Den Bedarf schätzt der Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und Neue Medien (BITKOM) aber auf rund 20.000 Absolventinnen und Absolventen pro Jahr, ein Bedarf, der bei den Schulabgängerinnen und -abgängern so offenbar noch nicht angekommen ist.

Auf dem Arbeitsmarkt erzeugen diese positiven Prognosen offenbar nur wenig Resonanz, denn die Arbeitslosenzahlen in der Informatik gehen seit 2003 nur leicht zurück. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind etwa ein Fünftel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der IT-Branche Frauen. Daran hat sich auch während der Boomjahre nichts geändert.

Für das Studienwahlverhalten von Frauen in Ingenieur- und Naturwissenschaften spielen die Arbeitsmarktperspektiven eine wichtige Rolle. Die geringe Beteiligung von Frauen an einzelnen technischen oder naturwissenschaftlichen Studiengängen stellt keine unveränderbare Größe dar, denn gerade Frauen, die sich für diese Bereiche interessieren, messen den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten und den Aussichten auf einen guten Arbeitsmarkt einen hohen Stellenwert bei, weiß Barbara Schwarze, Vorstandsvorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit.

So motivierten die guten Zukunftsperspektiven in der Informatik im Boomjahr 2000 deutlich mehr Frauen, sich für die Informatik einzuschreiben. 2000 betrug die Studienanfängerinnenquote immerhin 19 Prozent, was bedeutet, dass derzeit die Absolventinnen der Boomjahre auf den Arbeitsmarkt drängen. Hier ist dringender Handlungsbedarf zu erkennen. Die Wirtschaft muss ein deutliches Signal setzen und die derzeit zur Verfügung stehenden Informatikerinnen auch einstellen, fordert Schwarze. Erhalten die Absolventinnen der Boom-Jahrgänge attraktive Einstiegschancen in die Informatik, ist das das beste Signal für mehr Studienbewerberinnen. Die Wirtschaft muss glaubhaft erkennen lassen, dass Frauen in der Informatikbranche auch wirklich gewollt sind.

Der Zeitpunkt zum Handeln ist günstig. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Wissenschaftsjahr 2006 hat bereits vorbildhafte Projekte zur Nachwuchsgewinnung mit zahlreichen Partnern auf den Weg gebracht. Beispielsweise zeigen die Erfahrungen des Projekts "Genderaktivitäten im Wissenschaftsjahr 2006", wie interessiert die Mädchen und jungen Frauen an der Informatik sind.

Diese guten Beispiele zur Gewinnung von weiblichem Nachwuchs für die Informatik sollten jetzt in die Breite gestellt und verstetigt werden. Solche Signale können auf Dauer nicht nur von staatlichen Initiativen kommen. Die IT-Branche muss sich verstärkt um einen Imagewandel bemühen. Um weiblichen Nachwuchs zu gewinnen, muss sie mehr Faszination und Begeisterung für ihr spannendes und vielfältiges Berufsspektrum über Bio- und Geoinformatik hin zur Datensicherheit und Ingenieurinformatik in der öffentlichen Meinung herstellen und - sie muss sich insbesondere auch als eine innovative Branche präsentieren, die mit modernen Work-Life-Strategien vereinbar ist.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Zahl der Studienanfängerinnen in den Studienbereichen Informatik, Maschinenbau/Verfahrenstechnik, Elektrotechnik und Bauingenieurwesen von 1975 bis 2005. Darunter finden Sie die Gafik und die entsprechende Datentabelle im pdf-Format zum Download.

.

Kontakt:
Christina Haaf
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit
Wilhelm-Bertelsmann-Straße 10, 33602 Bielefeld
fon: 0521.106-7324 fax: 0521.106-7171
- haaf@kompetenzz.de

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