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Modellprojekt „Demografiewerkstatt Kommunen“: Gemeinsam lässt sich erfolgreich die Zukunft gestalten

Jeder vierte Mensch in Deutschland ist über 60 Jahre alt, 2050 wird es sogar jeder dritte sein. Das bundesweite Projekt „Demografiewerkstatt Kommunen“ (DWK) hat es sich zum Ziel gesetzt, Landkreise, Städte und Gemeinden „demografiefest“ zu machen. Über fünf Jahre entwickeln teilnehmende Kommunen dazu spezielle Methoden, die schließlich auch in anderen Orten zum Einsatz kommen sollen. Auch der Landkreis Emsland ist mit der Gemeinde Vrees an dem Projekt beteiligt. Auf insgesamt fünf verschiedenen Handlungsfeldern entwickelt der Landkreis Werkzeuge, die die Selbstständigkeit und die Eigeninitiative der Bürger bis ins hohe Alter fördern sollen.

Mobil im Emsland

Ob Einkauf, Arztbesuch oder Treffen mit Freunden: In einem ländlichen Kreis wie dem Emsland ist es in der Regel zwingend erforderlich, mobil zu sein. Bisher nutzten die Emsländer dafür in erster Linie ihr eigenes Fahrzeug oder, soweit vorhanden, den öffentlichen Nahverkehr. In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft stellt sich allerdings die Frage, wie man die Mobilität älterer Personen sicherstellt, die nicht oder nicht mehr selbst fahren können. Die Digitalisierung bietet hier eine große Chance, sich auf ganz neue Weise zu vernetzen, sei es über Vereine als „Nachbarschaftshilfe“ oder über eine spezielle „Anpacker-App“ für freiwillige Helfer, sodass die Dorfbewohner selbst die Möglichkeit haben, Mitfahrgelegenheiten zu organisieren.

Gerade mithilfe von ehrenamtlichem Engagement lassen sich innovative Ideen umsetzen, damit die Älteren so lange wie möglich im Dorf unterwegs sein können. In einzelnen Dörfern oder Gebieten des Emslandes ist dies bereits der Fall. In Emsbüren etwa ist ein Bürgerbus im Einsatz, der von Ehrenamtlichen gefahren wird. An drei Tagen in der Woche fährt der barrierefreie Bus auf einer vorgegebenen Route zu festen Zeiten und schließt so die Versorgungslücken des öffentlichen Nahverkehrs. Das Projekt „Geeste mobil“ ist eine Initiative des Malteser Hilfsdienstes in Kooperation mit der kommunalen Freiwilligenagentur in Geeste. Diese stellen ein seniorengerechtes Fahrzeug mit ehrenamtlichen Fahrern und Begleitern älteren oder kranken Menschen zur Verfügung, die keine Hilfe von Angehörigen erhalten. Auf diesem Weg können sie selbst in Gesellschaft Einkäufe erledigen.

Eine Maßnahme, die die Verkehrsgesellschaften einbezieht, ist die Ausweitung des „Ruf-Mich-Busses“. Dieser fährt, sofern er mindestens eine Stunde vor Abfahrt telefonisch bestellt wurde. Weitere Möglichkeiten sind Firmenbusse, die Mitarbeiter aus derselben Gegend zur Arbeitsstelle bringen, oder Carsharing. In Planung sind auch Mitfahrbänke. An diesen Stellen sollen Personen Platz nehmen können, die eine Mitfahrgelegenheit suchen.

Tatkräftig im Emsland

Bisher ist das Emsland von Landflucht weitgehend verschont geblieben. Damit das so bleibt, ist es notwendig, die Arbeitslandschaft attraktiv zu halten und sie an den demografischen Wandel anzupassen. Familienfreundliche Strukturen, flexible Arbeitsplatzmodelle und ein unternehmerfreundliches Umfeld sind nur einige Aspekte, die dazu beitragen. Eine regionale Auszeichnung kann Ansporn für Firmen sein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Vorbild ist die niedersächsische Demografieagentur, die „Demografiefeste Betriebe“ zertifiziert. Diese Unternehmen bieten zum Beispiel eine gute Vereinbarkeit von Familie bzw. Pflege und Beruf, eine altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen oder ein betriebliches Gesundheitsmanagement.

Angesichts des Fachkräftemangels im Emsland ist es wichtig, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden und an die Region zu binden. Die Frauenbeschäftigungsquote im Emsland bspw. liegt unter dem Bundesdurchschnitt. Zielgerichtete Kampagnen und Projekte können helfen, Frauen und Unternehmen zusammenzubringen. Standortmarketing ist ein wesentlicher Faktor, um Fachkräfte von außerhalb auf das Emsland aufmerksam zu machen. Daneben sensibilisiert die „Zukunftsachse“ der Wachstumsregion Ems-Achse schon heute Jugendliche und junge Erwachsene für die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten im Emsland und hilft dabei, Plätze für Ausbildungen, Praktika oder ein duales Studium zu finden.

Gemeinschaft im Emsland

Im Emsland „kennt man sich“, Nachbarschaftshilfe ist vielerorts gang und gäbe. Damit sich diese regionale Besonderheit möglichst lange positiv auswirkt, ist es erforderlich, die Gemeinschaften zu stärken und alle Bevölkerungsteile einzubeziehen. Kinder- und Jugendbeteiligungen wie die Jugendbörse „Mitmischer“ sind eine Möglichkeit, auch die Jüngeren an der Entwicklung des Dorfes teilhaben zu lassen. Zugezogene müssen ebenfalls in die Dorfgemeinschaft eingebunden werden. Auch die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen als effektives Tandem in dem Projekt „Lebendige Gemeinschaften“ kann das Miteinander stärken und beleben.

Am wichtigsten ist es, dass die Bewohner imGespräch bleiben, damit sie gemeinsam die Zukunft ihres Wohnorts gestalten können. Verschiedene Kommunikationsprozesse unterstützen die Dorfbevölkerung dabei. Beim Modellprojekt „Dorfgespräch“ der Katholischen Landvolkshochschule Oesede etwa diskutierten Bewohner gemeinsam mit Experten über ihr Dorf und vereinbarten Entwicklungsstrategien. Der „Tatort Dorfmitte“ bringt junge und ältere Bewohner eines Ortes zusammen, die in generationsübergreifenden Projekten daran arbeiten, die Lebensqualität des Dorfes zu erhöhen. Das jüngste Projekt ist der „EmslandDorfPlan“, bei dem Bewohner schreiben und malen, wie ihr Dorf heute ist und wie es in Zukunft aussehen soll.

Mit dem „Dorfdialog“ hat der Landkreis Emsland zudem im Rahmen der DWK ein Werkzeug entwickelt, das inzwischen auch anderen Kommunen zur Verfügung steht. Dabei handelt es sich um einen moderierten Prozess, der aus einem Dorfcheck-Workshop und einer Impulsveranstaltung besteht. Der Workshop bringt einen Querschnitt der Bevölkerung zusammen, der von außen auf das Dorf blickt. In Gruppen beschreiben die Teilnehmer zunächst das Dorf und diskutieren darüber, welche Kompetenzen vorhanden sind oder wo man miteinander ins Gespräch kommt – oder nicht. In einem zweiten Schritt entwerfen sie eine Zukunftsvision von ihrem Dorf und legen fest, wie sie sich entwickeln wollen und worum sie sich kümmern müssen.

Die Impuls-Veranstaltung hat das Ziel, möglichst viele Einwohner in Form einer Bürgerversammlung zusammenzubringen und sie über die Ergebnisse des Dorfcheck-Workshops zu informieren. Dort haben sie auch die Möglichkeit „Leuchttürme“, besondere Stärken des Dorfes, zu bewerten. Idealerweise aktiviert die Veranstaltung Einwohner, die an der Entwicklung des Dorfes mitarbeiten möchten. Als erste Kommune hat Lünne den Dorfdialog durchgeführt. Dort arbeiteten die Bürger Leuchttürme heraus wie das Vereinsleben, das Ehrenamt und das touristische Potenzial und entwickelten eine Vision von ihrem Dorf im Jahr 2030. Eine Initiative, die sich gelohnt hat: Als starke Gemeinschaft, die sich aktiv mit ihrer Zukunft auseinandersetzt, erzielte Lünne beim Kreiswettbewerb von „Unser Dorf hat Zukunft“ den ersten Platz.

Wohnen im Emsland

Das Einfamilienhaus ist nach wie vor der klassische Wohnraum im Emsland, doch es ist davon auszugehen, dass angesichts der alternden Bevölkerung die Nachfrage nach Singlewohnungen steigen wird. Schon jetzt sind es überwiegend Menschen ab 50 Jahren, die in Einpersonenhaushalten leben. Kommunen haben die Aufgabe, sich an die verändernde Gesellschaftsstruktur anzupassen und die Daseinsvorsorge sicherzustellen, damit die Attraktivität des Ortes erhalten bleibt. Der Landkreis Emsland hat hierzu bspw. ein Programm zur Förderung von Einrichtungen der wohnortbezogenen Nahversorgung beschlossen.

Wohnungsbaugenossenschaften etwa ermöglichen es Kommunen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Eine Möglichkeit, Leerstand zu vermeiden und gleichzeitig junge Familien anzuziehen, ist das Programm „Jung kauft Alt“, bei dem Paare oder Familien von der Gemeinde einen Zuschuss erhalten, wenn sie eine Altimmobilie erwerben. Der Landkreis Emsland unterstützt derartige Programme auf der Ortsebene.

Aber auch als Haus- oder Wohnungseigentümer kann man einiges tun, um möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können. Der Landkreis Emsland hat mit der Wolfsburg AG das Werkzeug „Barrierefreies Wohnen“ entwickelt – als Leitfaden zur Wohnungsgestaltung für Menschen mit kognitiven und Mobilitätseinschränkungen. Dazu gehören unter anderem Ebenerdigkeit, ausreichend große Bewegungsflächen sowie Abstell- und Ladebereiche für zum Beispiel elektrisch betriebene Rollstühle. Haushaltsgeräte, Türklinken oder Fenstergriffe sollen gut erreichbar, Arbeitsplatte, Spüle und Herd unterfahrbar und im Idealfall höhenverstellbar sein.

Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben (AAL) unterstützen die barrierefreie Gestaltung und geben Sicherheit. Beispielhaft sind in diesem Zusammenhang Notrufsysteme und Einbruchschutz oder auch die automatische Herdabschaltung, ein Verbrühschutz sowie die mobile Bedienung von Fenstern und Rollläden.

Alt werden im Emsland

Noch werden die Menschen im Emsland überwiegend im häuslichen Umfeld alt. Doch auch wenn die Begegnung und der Austausch zwischen den Generationen vielfach Alltag ist, bedarf es neuer Ansätze, damit ältere Menschen dauerhaft Teil der Dorfgemeinschaft bleiben. Im Gegensatz zu früher leben heute seltener mehrere Generationen unter einem Dach. Um die Nachbarschaftshilfe zu stärken, empfehlen sich Initiativen, bei denen Bürger Bürgern helfen, inklusive einer koordinierenden Stelle. Auch virtuelle Vernetzungsplattformen können dazu beitragen, dass Hilfesuchende und Menschen, die sich engagieren möchten, zusammenfinden.

Damit die Menschen vor Ort alt werden können, muss die medizinische und pflegerische Versorgung gesichert sein. Dazu braucht es innovative Konzepte gerade für den ländlichen Raum. Sie wird es nur dort geben, wo es gelingt, die Bevölkerung für das Thema „Altwerden“ zu sensibilisieren. Mit seinem Projekt „Altwerden in Vrees“ zeigt der Ort beispielhaft, dass und wie ältere Menschen in ihrem Dorf bleiben können, wenn Kommune und Gesellschaft zusammenarbeiten.

„Wir für euch – Alt werden in Vrees“ – mehr als ein regionales „Leuchtturmprojekt“

In der emsländischen Gemeinde Vrees mit ihren ca. 1.800 Einwohnern hat sich die Dorfgemeinschaft aufgemacht, durch verschiedene Maßnahmen kontinuierlich eine Verbesserung des Dorflebens zu erzielen und für eine alternde Bevölkerung lokal eine gute Perspektive in der kleinen Gemeinde sicherzustellen. Langfristiges Ziel ist es, dass keiner das Dorf verlassen muss und viele Dorfbewohner möglichst in den „eigenen vier Wänden“ verbleiben können.

Bereits vor ca. zehn Jahren wurden gemeinsam in einer lokalen Arbeitsgruppe unter dem Motto „Wir für euch – Alt werden in Vrees“ konkrete Lösungsstrategien für eine zukunftsfähige Dorfgemeinschaft entwickelt. Anstatt auf ein gewinnorientiertes Modell eines Investors zu setzen, entschied sich die Gemeinde für ein kostenneutrales Konzept mit einer ehrenamtlichen Einbindung vieler Einwohner und professioneller Unterstützung von Fachkräften. Mit Hilfe einer speziellen Softwarelösung soll das ehrenamtliche Engagement optimal koordiniert werden. Ferner entstand mitten im Ortskern ein neues Gebäude als Multifunktionshaus für Jung und Alt. Die Dorfbewohner können hier gemeinsam mit ihren Freunden und Bekannten Zeit verbringen. Gleichzeitig sieht das Nutzungskonzept vor, das soziale Miteinander zu fördern und Raum für Gemeinschaft zu bieten. Zur Entlastung der pflegenden Angehörigen wird in diesem Haus die Tagesbetreuung der zu Pflegenden abgewickelt. Diese Versorgungs- und Dienstleistungszentrale ist mit baulich-investiven Mitteln im Rahmen des Programms „Soziales Wohnen – Zuhause im Alter“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert worden. Auch vom Amt für regionale Landentwicklung und durch private Spenden wurde der Bau gefördert.

Aktuell sind ergänzend zum Multifunktionshaus in zentraler Lage Wohnungen sowie Schlafmöglichkeiten für ältere Menschen, die gerne mit anderen zusammenleben möchten, in der Umsetzung. Mit dieser innovativen Idee kann jeder Vreeser ein Leben lang inmitten des Ortskerns Teil der Dorfgemeinschaft bleiben. Hier wird eine Förderung im Rahmen des Programms „Wohnen und Pflege im Alter“ des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie genutzt. Die in den Wohnungen installierte digitale Technik wurde ebenfalls vom Amt für regionale Landentwicklung gefördert. Im März können diese Wohnungen eingeweiht werden.

Als Erfolgsschlüssel auf diesem Zukunftsweg sollen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  •  Einbindung in Aktivitäten der Dorfgemeinschaft
  •  Verbesserung der Betreuungsmöglichkeiten in den eigenen vier Wänden oder in gemeinschaftlich organisierten Wohnmodellen,
  •  Entlastung und Verbesserung der Zusammenarbeit der Angehörigen, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen,
  •  Verbesserung der Kommunikationsmittel für Kontakte über die Gemeindegrenzen hinweg, z. B. durch Erschließung vorhandener Technologien durch altersgerechte Adaption (z. B. adaptive „smarte“ Kommunikationsinstrumente zur Teilhabe),
  •  Entwicklung und Integration assistiver Technologien im häuslichen (stationär) und hausnahen Umfeld (mobil, z. B. im Garten, körpernah) zur Aufrechterhaltung bzw. Steigerung der Versorgungssicherheit (Gesundheit, Pflege, Alltag) und Entwicklung assistiver Systeme für eine integrative, situationsorientierte Bereitstellung von Betreuung, Pflege und medizinischer Versorgung auf Seiten der Leistungserbringer;
  •  ein vierköpfiges Team des Sportvereins arbeitet zurzeit mit dem Kreissportbund gemeinsam an einem Sport- bzw. Bewegungskonzept, um in der neuen Turnhalle mit Gymnastikraum ein Angebot auf die Beine zu stellen, welches die Themen Integration und Inklusion grundlegend berücksichtigt. So werdenalle länger fit bleiben, die Pflegezeiten verkürzt und so die Kosten für Pflege und Krankenkassen gesenkt. Diese Arbeit wird von der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Der soziale Zusammenhalt, die Nachbarschaftshilfe sowie ein generationsübergreifender Dialog und die Stärkung und Förderung sozialer Netzwerke gehören heute schon zu festen Bestandteilen der lokalen Aktivitäten. Hier sind die Akteure vor Ort unermüdlich dabei, Netzwerkstrukturen weiterzuentwickeln, auch durch Unterstützung innovativer technischer Lösungen bspw. für ein effektives „Ehrenamtsmatching“. Dieser Projektansatz ist zugleich Bestandteil der bisherigen und aktuellen deutsch-niederländischen INTERREG-Projektplanung mit dem Titel „Vitales Dorf“. Ebenso passt die Teilnahme der Gemeinde Vrees gemeinsam mit dem Landkreis Emsland beim bundesweiten Modellprojekt „Demografiewerkstatt Kommunen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Gesamtbild.

Gute Gründe für das Engagement vor Ort

Die zukunftsorientierten Aktivitäten in Vrees reagieren auf wesentliche demografische Herausforderungen: Die Herausforderung „Wohnen bedarfsgerecht, bezahlbar und in integrierten Lagen zu fördern – gut versorgt und mittendrin dabei zu sein“, wird durch die Gesamtplanung in zentraler Lage in der Gemeinde Vrees aufgegriffen. Für die im Ort verbleibenden Senioren soll der Alltag durch kurze Wege möglichst optimiert werden.

Das selbstbestimmte Wohnen im Alter zu ermöglichen und wohnortnahe soziale Dienstleistungen auszubauen, ist ganz offensichtlich ein grundlegender Gedanke der mittlerweile mehrjährigen Planungen in Vrees. Bspw. ist die Gemeinde seit September 2013 in das Förderprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ (Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben) aufgenommen worden. Auf die gewonnenen Erkenntnisse in Bezug auf die Bedarfslagen von Betroffenen im Bereich Demenz kann zurückgegriffen werden, sodass sich diese Allianz nahtlos in die Gesamtaktivitäten einfügt.

Die demografische Herausforderung wird in Vrees angenommen, indem strukturierte und moderierte Kommunikationsprozesse vor Ort über das zukünftige Wohnen initiiert, gefördert und verstetigt werden, unterstützt durch das bereits jahrelange Engagement der speziellen Arbeitsgruppe „Wir für Euch – Alt werden in Vrees“ und die kontinuierliche Projektarbeit.

Das Projekt reagiert in vorbildlicher Weise auf die Herausforderung, bürgerschaftliche Ideen und Projekte aufzugreifen und zu unterstützen. Offensichtlich zeichnet sich die Dorfgemeinschaft in der Gemeinde Vrees durch einen starken Zusammenhalt und ein reges Vereinsleben aus. Als entscheidend angesehen wird ein hohes ehrenamtliches Engagement, das sich durch alle Generationen zieht. Die Gemeinde hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder gemeinsam mit den Vereinen und den Bürgern für innovative und damit neue Projektansätze interessiert und vieles auch umgesetzt. Ein Indiz für die gelungene Bürgerbeteiligung und die Kreativität der Gemeinde gibt die enorme Erfolgsbilanz beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Vielleicht ist das Erfolgsrezept ganz einfach: Im Mittelpunkt steht stets der Mensch. Damit dieser Prozess zukünftig die bisherige Dynamik behält oder sogar noch verstärkt, soll der vorhandene Arbeitskreis zeitnah in einen Verein überführt werden. Dieser Verein wird sich dann noch intensiver mit den oben genannten Themen beschäftigen.

Fazit: „Gemeinsam lässt sich erfolgreich die Zukunft gestalten“

Im Ergebnis ist festzustellen, dass sich die demografischen Herausforderungen weder beim Landkreis Emsland noch bei der Gemeinde Vrees isoliert betrachten lassen. Auch wenn oftmals individuelle lokale Lösungen und Projekte erforderlich sind, so haben sich die gute Netzwerkarbeit und das projektorientierte Vorgehen im Emsland absolut bewährt.

Ein Beitrag von: Reinhard Winter, Landrat, und Heribert Kleene, Bürgermeister der Gemeinde Vrees, Landkreis EmslandZuerst erschienen in: Der Landkreis 3/2018

Quelle: www.demografiewerkstatt-kommunen.de

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