Für den intensiven fachlichen Austausch zu Einzelaspekten der Bestandsaufnahme wurden zwei Workshoprunden durchgeführt. In jeder Workshoprunde fanden vier Workshops mit bis zu 15 geladenen Expertinnen und Experten parallel statt. Für die erste Workshoprunde bildeten die klassischen Merkmale der digitalen Spaltung „Alter und Geschlecht“ die Ausgangspunkte. Für alle Workshops bildete die Genderperspektive eine wichtige Grundlage. Im Abschlussplenum wurden die Ergebnisse aus den Workshops zusammengeführt und diskutiert.
Im Rahmen des Projektes wird eine Bestandsaufnahme von Primär- und Sekundärstudien zur Online-Kompetenz von Migrantinnen und Migranten durchgeführt. Ausgangspunkt sind die vom Statistischen Bundesamt im Mikrozensus 2005 vorgelegte Definition von „Migrationshintergrund“ und der nationale Integrationsplan, der in den neuen Medien Computer und Internet erhebliche Potenziale für die Integration sieht. Die Bestandsaufnahme umfasst neben den Ergebnissen der Internet-, Migrations- und Medienforschung auch eine Übersicht der Internetportale für Migrantinnen und Migranten sowie Beispiele guter Praxis.
In der Informationsgesellschaft Deutschland gibt es eine digitale Spaltung, die entlang der demografischen Merkmale Bildung, Geschlecht, Alter und Einkommen verläuft. Oliver Hinkelbein (2007:94) erweitert diese um die Merkmale "kulturelle Herkunft" und "Sprachfähigkeit", die den Stand der Deutschkenntnisse kennzeichnet. Nach Hinkelbein nehmen Migrantinnen und Migranten zurzeit nur unzureichend an der Informationsgesellschaft teil.
Deutschland sei ein digitales Entwicklungsland, was die Integration von Migrantinnen und Migranten betrifft (Hinkelbein 2004: 9ff.). Es fehle an quantitativen und qualitativen Erkenntnissen zur Internetnutzung und an entsprechenden Politikstrategien. Verglichen mit klassischen Einwanderungsländern fehlt in Deutschland ein breites und sprachlich vielfältiges Medienangebot für Migrantinnen und Migranten, das ihre Lebenswelten repräsentiert. Dies trifft insbesondere für Institutionen des Staates zu, die kaum mehrsprachige Informationen zu ihren Angeboten und Leistungen auf ihren Websites haben. Wenn mehr Migrantinnen und Migranten mit E-Government-Angeboten erreicht werden sollen, so müsse auf die spezifischen Bedürfnisse der verschiedenen Gruppen eingegangen werden.
Aus den Erfahrungen verschiedener Projekte werden drei Barrieren für die Internetnutzung von Migrantinnen und Migranten als wesentlich erkannt:
Medienkompetenz ist eine zentrale Grundlage zur Integration in die Informationsgesellschaft. Viele Migrantinnen und Migranten waren und sind in Arbeitsfeldern tätig, in denen digitale Medien entweder keine oder nur eine geringe Rolle spielen, so dass sie darüber keine Möglichkeit haben und hatten, sich Medienkompetenzen anzueignen (Hinkelbein 2007: 95).
Geringe deutsche Sprachkompetenz spielt auf der Ebenen der Inhalte und deren Vermittlung eine Rolle (Hinkelbein 2007: 94). Um spezifische Zugangsbarrieren identifizieren zu können, ist es nötig, die Lebenswelten der betroffenen Menschen zu kennen. Hier bedarf es weiterer Forschung.
Die Herkunft der Menschen lässt nicht auf eine Milieuzugehörigkeit und umgekehrt auch eine Milieuzugehörigkeit nicht auf die Herkunft schließen, so das zentrale Ergebnis der Sinus-Studie „Migranten in Deutschland“ von Sinus Sociovision. Das legt den Schluss nah, dass nicht die kulturelle Herkunft, sondern das Milieu über die Internetnutzung entscheidet. Die Sinus-Studie „Migranten in Deutschland“ ist eine repräsentative, qualitative Vorstudie. Darin enthalten sind einige Ergebnisse zur Mediennutzung sowie Ausstattung der Migranten mit Computer und Internet. Ergebnissse der neuen Sinus-Milieustudie "Lebenswelten von Migranten" wurden im Dezember 2008 vorgestellt.
Im Jahr 2002 wurden im Rahmen einer Studie zur „Erschließung der Seniorenwirtschaft für ältere Migrantinnen und Migranten“ von der Stiftung Zentrum für Türkeistudien Daten zum Computerbesitz von Älteren erhoben. Danach besitzen 33 Prozent der türkeistämmigen Haushalte mit Personen von 55 Jahren und älter einen Computer. Die Jüngeren der 18 bis 54-Jährigen sind dagegen mit 59 Prozent ausgestattet. Der „hohe Anteil “ der Älteren wird darauf zurückgeführt, dass ältere türkischstämmige Migrantinnen und Migranten vielfach in Mehrgenerationen-Haushalten leben. Es wird jedoch vermutet, dass es zwar einen Zugang zu einem Computer gibt, dieser aber nicht unbedingt von den Älteren genutzt wird und sie somit nicht über eigene Medienerfahrungen und Medienkompetenzen verfügen.
Der fünfte Altenbericht beschreibt die Situation der älteren Migrantenbevölkerung: Ältere Migrantinnen und Migranten der ersten Generation aus den Anwerbeländern gehören zu den bildungsfernen Gruppen und verfügen über mittelmäßige bis schlechte Deutschkenntnisse. Durch die Verrentung nehmen nicht nur die Kontakte zu Einheimischen ab, sondern auch die erworbenen Deutschkenntnisse der Älteren über 64 Jahre (Deutsches Zentrum für Altersfra-gen o.J.: 2).
Nach den Untersuchungen vom Zentrum für Türkeistudien wird das Internet für die Informationsbeschaffung mehr von Männern als von Frauen genutzt. Ein weiteres Ergebnis zu älteren Migrantinnen greift die Frage auf, wie Maßnahmen aussehen sollten, die auf die Lebensbedingungen der älteren Frauen abgestimmt sind.
Ältere Migrantinnen: Ellerbrock hat die Lebensbedingungen von älteren türkischstämmigen Frauen analysiert und Handlungsempfehlungen für Angebote mit älteren Migrantinnen entwickelt. Sinnvoll sind Angebote von Frauen für Frauen. Die Maßnahmen sollten generationsübergreifend, themenorientiert und Kultur angemessen konzipiert sein und Angebote in der Muttersprache einschließen.
Bei dem Aspekt Zeit, sollte berücksichtigt werden, dass Frauen unabhängig vom Alter für die Familienarbeit verantwortlich sind. Hier bieten sich Angebote ohne zeitliche Befristung an in Form eines ständigen Treffpunkts. Familienarbeit heißt auch, dass Kinder oder Enkelkinder von den Frauen betreut werden. Außerdem sollte auf die Erreichbarkeit der Angebote durch öffentliche Verkehrsmittel beachtet werden (Ellerbrock 2003).
Fazit: In der Migrationsforschung liegt der Schwerpunkt bei den Jugendlichen und hier insbesondere bei Hauptschülerinnen und Hauptschülern. Untersuchungen zu Erwachsenen und Älteren finden sich kaum. Die meist untersuchte Bevölkerungsgruppe ist die der türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten.
Die Expertinnen und Experten haben als Merkmale der digitalen Spaltung
ausgemacht.
Weitere Barrieren sind
Es gibt an dieser Stelle keine Zahlen und Einschätzung, wie die Internetnutzung der älteren Migrantinnen und Migranten aussieht. Ein Anhaltspunkt kann die Studie „Migranten und Medien“ geben. Dort liegt die Tagesreichweite der über 50-Jährigen bei 6 Prozent. Ein weiterer findet sich bei der Stiftung Zentrum für Türkeistudien, in der 1,9 Prozent der über 60-Jährigen das deutsche Internet für Informationen aufsucht.
Das erfolgreiche Projekt des Bennohauses Münster zeigt, wie der Abbau von Zugangsbarrieren für ältere Migrantinnen und Migranten zu den Neuen Medien erfolgen kann. Eine wichtige Voraussetzung ist, die Inhalte und Methoden an die Zielgruppe anzupassen. Das Projekt hat sehr unterschiedliche Personengruppen erreicht und mit geschlechtsspezifischen Angeboten auf die Wünsche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer reagiert. Als eine Barriere für die Internetnutzung bei Älteren wurden die Sprachkompetenzen erkannt. Ältere besitzen häufiger eine geringere deutsche Sprachkompetenz und je nach Bildungsstand fehlen auch Lese- und Schreibkompetenzen in der Muttersprache (Arbeitskreis Ostviertel 2005). Hier wurde mit zweisprachigen Lehrangeboten auf die Situation reagiert. Weiterhin bestehen außerhalb ihres ethnischen sozialen Netzwerks nur in geringem Maße Kontakt zu Deutschen. Dies bedeutet in der Arbeit mit älteren Migrantinnen und Migranten, dass hier die Ansprache der Zielgruppe viel intensiver und damit auch zeitintensiver betrieben werden muss. Eine aufsuchende Bildungsarbeit, geschlechtsspezifische und zweisprachige Angebote sowie die Integration der Migrantenorganisationen sind wichtige Erfolgsfaktoren des Projekts.
Geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen bei Computer und Internet bei den Vorerfahrungen, beim Zugang zum Computer und bei der eigenen Einschätzung der Computer- und Technikkompetenz sowie bei der Anwendung der Kompetenzen. Diese beginnen, wie wir gesehen haben, schon in der Grundschule und wirken auch im späteren Lebensalter.
Viele Erkenntnisse über geschlechtsspezifische Unterschiede bei Migrantinnen und Migranten liegen hauptsächlich für Mädchen und Jungen vor. Beide Geschlechter haben geringere Zugangsmöglichkeiten zum Internet, wenn sie eine geringere Schullaufbahn einschlagen.
Bei der Vorbereitung von Maßnahmen sollten geschlechtsspezifische Aspekte berücksichtigt werden. Auch die Bereitstellung reiner Frauenangebote erscheinen sinnvoll und ist von einigen Frauen erwünscht.
Fazit: Bei der Betrachtung der Forschungslage in der Medienforschung fällt insgesamt auf, dass es einige Studien zu der Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gibt. Schlechter sieht die Lage bei Erwachsenen oder Älteren aus. Bei den Untersuchungen zur Herkunft überwiegen die Studien zur Internetnutzung türkischer Migrantinnen und Migranten. Danach folgen meist Untersuchungen für Personen mit postsowjetischem Migrationshintergrund. Für viele weitere Gruppen gibt es keine Untersuchungen.
Ungeklärt ist die Frage, ob die kulturelle Herkunft ein Merkmal der digitalen Spaltung ist. Sicher ist jedoch, dass Bildung, Alter und Geschlecht auch bei der migrantischen Bevölkerung Merkmale sind, die erheblichen Einfluss nehmen auf die Nutzung bzw. Nichtnutzung des Internet.
Weitere Barrieren für die Internetnutzung von Migrantinnen und Migranten sind:
Geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen beim Zugang, bei der Nutzungsintensität, bei der Zuschreibung eigener Technikkompetenzen, bei der Wahl von alternativen Zugängen und auch bei den Interessen.
Das Internet stellt für die Migrantinnen und Migranten und auch für die Aufnahmegesellschaft enorme Potenziale dar. Es ist ein Gestaltungsraum, in dem mit Gleichgesinnten über Themen gesprochen und diskutiert wird, die insbesondere Migrantinnen und Migranten interessieren und in den Massenmedien keinen Eingang finden. Gleichzeitig stellt das Internet eine virtuelle Heimat dar, in der der Migrationshintergrund ein verbindendes Element ist und die Möglichkeit bietet, eine Vielzahl von Öffentlichkeiten mit vielen kulturellen Ausdrucksformen zu kreieren.
Die Funktion der Identitätsbildung ist nicht nur für Jugendliche wichtig, sondern kann unabhängig vom Alter für alle Menschen mit Migrationshintergrund übertragen werden. Wie das Beispiel der deutschtürkischen Migrantinnen und Migranten zeigt, ist der virtuelle Raum ein Medium zur Gestaltung einer selbstbewussten deutschtürkischen Identität, der sich entwickelt und ein Teil der öffentlichen Meinungsbildung in Deutschland darstellt (Kissau 2008: 9).
Der Workshop wurde von Peter Enste und Cornelia Lins geleitet, die aufgrund ihrer Expertise zu diesem Thema ausgewählt wurden. Sie führten in die Themenstellung ein. Anschließend folgte die Diskussion anhand der Leitfragen sowie die Formulierung von Thesen, die im Abschlussplenum vorgestellt wurden.
Peter Enste hat in seinem Vortrag zum einen darauf aufmerksam gemacht, dass mit zunehmendem Alter die Internetnutzung drastisch abnimmt. In NRW verfügt zwar ein Drittel der Haushalte mit einer Person über 55 Jahren über einen Computer, aber nur 16 Prozent hat auch einen Internetzugang. Die Internetnutzung der über 60-Jährigen ist mit 1 – 2 Prozent sehr gering. Die Internetnutzung der Älteren steigt mit dem Bildungsgrad und mit den Deutschkenntnissen.
Das Internet wird stärker informationsorientiert genutzt. Auch Kommunikation per E-Mail, beispielsweise zum Herkunftsland, findet statt.
Bestehende Barrieren sind in der deutschen Sprachkompetenz zu sehen. Durch eine geringe Ausstattung ist der Zugang zum Internet verwehrt und die Zielgruppe schwer zu erreichen. Wichtig sind Angebote in der Muttersprache.
Cornelia Lins hat die Ergebnisse aus der Bestandsaufnahme zu dem Projekt Bennohaus Münster vorgestellt, da die Mitarbeiterin des Bennohauses verhindert war. Das im Jahr 2005 abgeschlossene Modellprojekt heißt vollständig: Senioren: Medien-Migration-Integration-Partizipation. Gefördert wurde es vom Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes NRW und der Stadt Münster. Insgesamt gab es vier Kooperationspartnerinnen und -partner sowie 13 Migrantenselbstorganisationen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund. Die Zielsetzung des Projekts war, mit Hilfe der Neuen Medien und den Möglichkeiten des Bürgerfernsehens und des Bürgerfunks ausländische Seniorinnen und Senioren anzuregen, ihre kulturelle Identität neu zu entdecken und öffentlich darzustellen. Neben der Vermittlung von Medienkompetenzen wurde auch die Ziele der Integration und Partizipation verfolgt. Erreicht wurden ältere Migrantinnen und Migranten aus der Türkei, Griechenland, Spanien, Portugal, Polen und der ehemaligen Sowjetunion.
Barrieren wurden in mangelnden deutschen Sprachkenntnissen und auch bei Lese- und Schreibfähigkeiten in der Muttersprache gesehen. Auch die ökonomische Lage und die Erreichbarkeit der Zielgruppe sind aufgrund der soziokulturellen Situation schwierig. Das Bennohaus Münster hat in diesem Projekt entsprechend reagiert und kostenlose sowie zweisprachige Schulungskonzepte angeboten. Um die Zweisprachigkeit anbieten zu können, wurde auch generationsübergreifend gearbeitet. Ein spezielles Angebot für Frauen wurde zudem auf Wunsch der Frauen entwickelt und angeboten.
Die Vernetzung von Vereinen und Institutionen in Münster konnte außerdem durch die Erstellung einer Internetplattform realisiert werden.
Bei der Evaluation wurden Erfolgsfaktoren und Barrieren herausgearbeitet, die auf weitere Projekte übertragbar sind. Die aufsuchende interkulturelle Bildungsarbeit ist ein Erfolgsfaktor, durch den die Ansprache über die Migrantenselbstorganisationen erreicht wurde. Zu berücksichtigen ist, dass der zeitliche Aufwand für die Kontaktaufnahme sehr hoch ist. Weitere Erfolgsfaktoren sind die Netzwerkarbeit mit Einbezug der Migrantinnen und Migranten in der Projektentwicklung und -planung, ein zweisprachiges Schulungsangebot, ein spezielles Angebot für Frauen sowie eine Anpassung der Inhalte und Methoden an die Zielgruppe.
Schwierig war das Finden von muttersprachigen Trainerinnen und Trainern. Dies kann durch die Einbindung von Migrantenselbstorganisationen erleichtert werden. Ein weiteres Problem war, dass die Migrantenselbstorganisationen häufig nicht sehr gut mit Computer und Internet ausgestattet waren.
Da viele Migrantinnen und Migranten in Mehrpersonenhaushalten leben, ist ein Zugang zu Computer und Internet für viele möglich.
Das Interesse der Älteren bei der Internetnutzung liegt im Vergleich zu den Jüngeren eher in der Information als in der Kommunikation. Neuere Formen der Kommunikation über Web 2.0 Anwendungen werden eher selten genutzt.
Für diejenigen, die aus rechtlichen Gründen den Ort und das Land nicht verlassen dürfen, ist das Internet die einzig mögliche Form der Kommunikation mit der Familie oder mit Freundinnen und Freunden. Häufig werden dann auch Videokonferenzen abgehalten, vorausgesetzt es gibt eine entsprechende Ausstattung (im Heimatland). Hier zeigt sich:
Internetcafés spielen in Großstädten eine wichtige Rolle. Die Internetcafés (z. B. in Köln oder Bonn) sind häufig Orte einer bestimmten Migrationsgruppe mit der Möglichkeit, billig ins Herkunftsland zu telefonieren, häufig auch über das Internet. Dort befinden sich häufig auch Menschen, die schlechte Deutschkenntnisse haben und daher in den auf der Fachtagung vorgestellten Studien gar nicht erscheinen, da sie über deutschsprachige Befragungen nicht erreicht werden. Offen bleibt, ob auch Frauen in den Internetcafés zu finden sind.
Regionale Unterschiede beziehen sich nicht nur auf Stadt und Land, sondern sind auch im Bezug auf die Neuen Bundesländer zu sehen.
In der Diskussion wurde deutlich, wie heterogen die Gruppe der Älteren ist und damit wie unterschiedlich die Motive der Nutzung sind.
Die Fragen 2 und 3 wurden zusammen beantwortet. In der Diskussion wurden verschiedene Motive der Zielgruppe diskutiert. Bei den Aussiedlerinnen und Aussiedlern wurde die Suche nach Bildungsangeboten beobachtet. Das Beispiel „Homebanking“ wurde diskutiert. Dies wird auch von vielen einheimischen Älteren nicht genutzt, da sie lieber den direkten sozialen Kontakt suchen. Einige Migrantinnen und Migranten haben kaum Kenntnisse vom deutschen Bankwesen und würden aus diesem Grund kein Online-Banking nutzen. Die Interessen und Bedürfnisse der älteren Migrantinnen und Migranten müssten noch näher erforscht werden. Musik, Informationen oder Produkte des Heimatlandes wurden als Stichworte genannt.
Die Hemmnisse für den Erwerb von Online-Kompetenz werden zum einen in der kohorten-spezifischen Bildungsferne gesehen, die häufig begründet ist durch eine kurze Schulzeit und eine lange bildungsfreie Zeit. Aus diesem Grund sind auch die Lese- und Schreibkompetenzen in der Muttersprache eher schlecht. Auch mangelnde deutsche Sprachkompetenzen sind bei Älteren zu verzeichnen und nehmen im Rentenalter sogar weiter ab, etwa durch fehlende Kontakte zu Einheimischen. Gleichzeitig verträgt die Technik keine zusätzlichen weiteren Anforderungen durch Sprache.
Die Diskussion zeigte, dass es für die Konzeption von Maßnahmen vorab nötig ist, die jeweilige Zielgruppe unter den älteren Migrantinnen und Migranten zu definieren. Dabei sind folgende Kriterien zu berücksichtigen: Herkunft, deutsche und muttersprachliche Kompetenzen, Lernbiografien und ökonomische Situation. Wichtig ist dabei auch, zu erforschen, worin der individuelle oder auch ein gemeinschaftlicher Nutzen für die Zielgruppe besteht.
Dabei sollte das Internet als Chance betrachtet werden, beispielsweise für die Wiederaufnahme von Bildung oder aber zur Kommunikation zum Herkunftsland.
1. Die jeweiligen Zielgruppen unter den älteren Migrantinnen und Migranten müssen genauer definiert werden, bezogen auf die (Mutter-)Sprachkompetenz, ökonomische Situation, Lernbiographie.
2. Internet als Chance der Wiederaufnahme von Bildung, Kommunikation zum Herkunftsland
Thematische Einführung WS-Leiste 1 [386,60 kB | pdf]
WS Ältere: Ergebnis [373,81 kB | pdf]
WS Ältere: Enste [328,15 kB | pdf]
WS Ältere: Lins [505,55 kB | pdf]