Die Gesellschaft wird immer älter und viele Senioren leben allein in ihren eigenen vier Wänden, da ihre Gesundheit Alten- oder Pflegeheim nicht erforderlich macht. Dieser Trend birgt Chancen und Risiken.
Der Markt für Senioren-Produkte wächst beispielsweise überproportional, die älteren Menschen sind allein in ihrer Wohnung allerdings auch einer Reihe von Gefahren ausgesetzt: Herzinfarkt, Schlaganfall, Unterzuckerung - wenn hier nicht rasch jemand hilft, droht oft der sichere Tod. Dies bedeutet, dass Teleüberwachungsanwendungen zu einem Megatrend der nächsten 10 Jahre werden, wie eine aktuelle EU-Studie feststellt. Ein Projekt aus dem Bereich der Medizinischen Informatik der Fachhochschule Dortmund unter Leitung von Prof. Dr. Peter Haas in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen (ZTG) soll hier wichtige Pionierarbeit leisten.
Wenn Ehemann, Kinder oder andere Personen im Haushalt fehlen, sollen die älteren Menschen dank moderner Informationstechnik künftig nicht gänzlich allein sein. Mit der medizinischen Teleüberwachung können automatisiert biologische Funktionen wie EKG, Blutdruck oder Blutzuckerspiegel kontrolliert werden. Hinzu kommt eine mögliche Fernkontrolle des normalen Tagesablaufs, um beispielsweise bei häuslichen Unfällen sofort Alarm schlagen zu können. Ebenso sind Hilfen zur selbstbestimmten Lebensführung wie Erinnerungsfunktionen in Geräten denkbar. "Interessant werden diese Maßnahmen vor allem dann, wenn Ergebnisse aktuell in eine Dokumentation eingestellt werden und bei abnormen Messwerten oder Ereignissen Familienmitglieder, Ärzte oder Pflegedienste per Telefon, SMS oder E-mail benachrichtigt werden können", so Prof. Haas. IDW