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Kompetenzzentrum

Jennifer Graß, Eva Ciesla (Auszubildende im IT-Bereich)

Jennifer Gra??

Auszubildendende bei der Deutschen Telekom AG: Jennifer Graß (IT-System-Elektronikerin) und Eva Ciesla (Fachinformatikerin Fachrichtung Anwendungsentwicklung)

Foto von Eva Ciesla

Jennifer Graß, 20, und Eva Ciesla, 23, machen beide eine Ausbildung bei der Deutschen Telekom AG. Sie sind im zweiten Ausbildungsjahr: Jenny wird zur IT-System-Elektronikerin und Eva zur Fachinformatikerin Fachrichtung Anwendungsentwicklung ausgebildet. Vor ihrer jetzigen Ausbildung waren beide im kaufmännischen Bereich tätig.

Jennifers Motto: Frauen gehören hinter den Herd, aber um ihn anzuschließen!

Evas Motto: Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. (Mahatma Gandhi)

 

Ihr habt beide erst eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich gemacht, bevor ihr euch dazu entschlossen habt, noch eine Ausbildung im IT-Bereich zu machen. Wie kam es dazu?

Jenny: Eigentlich wollte ich in Richtung IT erst nicht gehen, da ich immer wieder hörte: "Das ist eine reine Männerwelt und Frauen haben dort keine Chance!" Deswegen fing ich eine Ausbildung bei einer Krankenkasse an, also quasi in einem Bürojob. Ein Jahr lang machte ich diese Ausbildung - das Ganze war jedoch überhaupt nicht meine Welt und deshalb bewarb ich mich um einen Ausbildungsplatz als IT-System-Elektronikerin - und wurde genommen.

Eva: Mein Wunsch ist es, als Software-Beraterin zu arbeiten. Nur kaufmännische Kenntnisse reichen dazu aber nicht. Und um auch das notwendige technische Fachwissen zu bekommen, habe ich mich nach der Ausbildung zur Bürokauffrau entschlossen, noch eine Ausbildung zur Fachinformatikerin dranzuhängen.

Was macht eigentlich eine IT-System-Elektronikerin beziehungsweise eine Fachinformatikerin Fachrichtung Anwendungsentwicklung?

Jenny: IT-System-Elektronikerinnen werden vor allem dann gerufen, wenn Probleme oder Störungen mit den Computer- und Kommunikationsanlagen auftreten. Da ist man dann an ganz verschiedenen Arbeitsorten tätig, also in Büros, Rechenzentren, Werkstätten oder bei den Nutzerinnen und Nutzern vor Ort, und hat zudem viel mit Menschen zu tun. Neben der Wartung kann eine IT-System-Elektronikerin noch im Bereich Planung, Vertrieb und Installation von Computer- und Kommunikationsanlagen tätig sein. Momentan fahre ich mit einem Service-Techniker zu Kundinnen und Kunden hinaus.

Eva: Eine Fachinformatikerin der Fachrichtung Anwendungsentwicklung entwickelt Softwarelösungen oder verändert vorhandene Programme, so dass sie den aktuellen Bedürfnissen des Betriebs entsprechen. Die Aufgaben sind sehr vielfältig: Erst müssen die Anforderungen an das Programm mit den Kundinnen und Kunden abgestimmt werden, dann erfolgen die Programmierung und verschiedene Testdurchläufe, bei denen geprüft wird, ob das Programm auch wirklich korrekt funktioniert. Klappt alles, kann das Programm an den Auftraggeber übergeben werden. Da es sich häufig um neue Softwarelösungen handelt, muss im Anschluss noch eine Schulung für die Nutzerinnen und Nutzer stattfinden. In der Ausbildung wird uns das alles nach und nach beigebracht.

Was gefällt euch an eurer Ausbildung besonders?

Jenny: Der technische Aspekt. Ich finde es einfach interessant, wie es zum Beispiel in einem PC oder einem Telefon aussieht, wie genau das Telefonieren funktioniert und was eigentlich das Internet ist. Außerdem ändert sich alles in dieser Branche so schnell, dass es nie langweilig wird, weil man immer wieder etwas Neues entdecken kann.

Eva: Mir gefällt an meiner Ausbildung, dass ich technisch versierter bin als viele andere, die sich nicht täglich mit Informationstechnologie beschäftigen.

Was sagen eure Eltern, Freundinnen und Freunde zu eurer Ausbildungswahl?

Jenny: Meine Familie war nicht so begeistert, denn ich musste für meine jetzige Ausbildung ja eine andere abbrechen. Ich bekam oft zu hören: "Überleg es dir gut, denn du kannst danach nicht mehr zurück!" Aber genau das wollte ich sowieso nicht. Mittlerweile freuen sich alle, dass ich nun genau das gefunden habe, was ich beruflich machen möchte.

Eva: Meine Eltern waren von meiner Entscheidung, in die IT-Branche zu wechseln, nicht begeistert - und sie sind es bis heute nicht. Sie hätten es lieber gesehen, wenn ich mit meinen fünf Fremdsprachen zum Beispiel Anglistik studiert hätte und anschließend Dolmetscherin geworden wäre. Trotzdem mussten sie in der letzten Zeit eingestehen, dass sie stolz auf mich sind, dass ich meinen Weg gehe, auch wenn es nicht der Weg ist, den sie gern für mich gesehen hätten.

Findet ihr es problematisch, eine der wenigen Frauen in eurer Ausbildung zu sein?

Jenny: Erst dachte ich wirklich, dass es schwierig wird, sich als Frau durchzusetzen. Aber dem ist nicht so. Es macht Spaß und ich bereue keinen einzigen Tag meiner Ausbildung. Ich denke sogar, dass Frauen manche Dinge besser können als Männer. Was nicht bedeuten soll, dass die Männer ihren Job nicht gut machen.

Eva: Wir sind in meinem Ausbildungsjahr drei Frauen und sieben Männer, also garnicht so wenige.

Quelle: http://www.kompetenzz.de/Genderaktivitaeten/Vorbildfrauen/Auszubildende-Studentinnen/Grass-Ciesla