Sissi Closs (Comet Firmengruppe)
Inhaberin und Geschäftsführerin der Firmen Comet Computer GmbH und Comet Communication GmbH in München mit Niederlassungen in Berlin und Karlsruhe / Informatikerin
Informatik war noch ziemlich unbekannt, als Sissi Closs in den 70er Jahren diesen Studiengang wählte. 1987/88 gründete sie die Comet-Firmengruppe, die heute zu den renommiertesten Anbietern im Bereich der technischen Dokumentation und Softwareentwicklung im deutschsprachigen Raum gehört. Zudem ist sie seit 1997 als Professorin für Informations- und Medientechnik an der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft tätig. Sissi Closs ist verheiratet und hat einen Sohn.
Frau Closs, Sie haben in den 70er Jahren Informatik studiert. Was hat Sie dazu bewogen?
Neugier. Informatik war ein ganz neues Studium, das keiner kannte und das vielversprechend klang.
Wie sah Ihr weiterer beruflicher Werdegang aus?
Nach dem Diplom an der TU München war ich dort noch eine Weile als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Informatik und wechselte 1984 zur Siemens AG. Zuerst arbeitete ich dort an der Erstellung der ersten deutschen Handbücher für Unix-Systeme mit und übernahm dann die Leitung des Labors Programmiersprachen für Künstliche Intelligenz. Ich habe immer gerne selbstbestimmt gearbeitet, deshalb reizte mich die Selbständigkeit und ich gründete 1987 die Comet Computer GmbH und im Januar 1998 die Comet Communication GmbH. Technische Dokumentation, Softwareentwicklung und Schulung sind unsere Spezialgebiete. Unsere Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und haben in einigen Firmen Standards gesetzt. 1997 erhielt ich einen Ruf als Professorin für Informations- und Medientechnik an die Fachhochschule Karlsruhe, den ich in Teilzeit ausübe. Zu meinen Fächern gehören Online-Dokumentation, XML/SGML, Dokumentenverwaltung und E-Learning.
Geschäftsführerin und Professorin, das klingt nach einem sehr arbeitsintensiven Alltag.
Tatsächlich ist mein Alltag wunderbar abwechslungsreich aber auch sehr arbeitsintensiv. Ich bin viel unterwegs. Das Schöne ist, dass sich meine Berufe ideal ergänzen: was ich in einem Bereich erarbeite, kann ich in einem anderen Bereich nutzen, also beispielsweise praxisnahe Fragestellungen in Forschung und Lehre einbringen. Andere Leute investieren Zeit in ihr Hobby, ich habe mit meinen beiden Berufen als Geschäftsführerin und Professorin und meiner Familie alles, was mich ausfüllt und mir Spaß macht!
Die Comet-Firmengruppe wurde schon des Öfteren ausgezeichnet. Was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen?
Wir wollen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren können. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitszeitmodelle sowie Führungspositionen auch für Teilzeitkräfte gehören deshalb zu unserer Unternehmenskultur. Diese Modelle kommen besonders Frauen entgegen. Wir hatten von Anfang an einen Frauenanteil von fast 60 Prozent in der Belegschaft.
Welchen Rat würden Sie einer interessierten Schülerin mit auf den Weg geben?
Für Frauen ist die Informatik ein Bereich mit vielen Möglichkeiten, in dem auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr gut umsetzbar ist. Ich selbst bin verheiratet und habe einen Sohn.
Um konkrete Vorstellungen von der Arbeit als Informatikerin zu bekommen, ist es wichtig, dass du dich frühzeitig in der Praxis umzuschaust. Viele Firmen, wie beispielsweise auch Comet, bieten Praktikumsplätze für Schülerinnen, damit sie früh den Berufsalltag kennen lernen.











