Sandra Lau (Studentin der Ingenieurinformatik)

Sandra Lau wurde das Interesse an Informatik quasi in die Wiege gelegt. Trotzdem hat sie lange nach der richtigen Studienrichtung gesucht, besuchte Tage der offenen Tür an einzelnen Universitäten und nahm am Schnupperstudium der Technischen Universität (TU) Dresden teil. An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg fand die 20-Jährige dann schließlich das, was sie suchte: ein Informatikstudium, das stark an die Ingenieurwissenschaften angelehnt ist. Sandra ist mittlerweile im dritten Semester.

 

Motto: Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden!

Sandra, wie bist du darauf gekommen, Informatik zu studieren?

In der Schule gab es Informatik als Wahlfach und da wurde mein Interesse geweckt. Zudem hatte ich die Möglichkeit, im Schülerrechenzentrum der TU Dresden an einem Programmierkurs (Turbo-Pascal) teilzunehmen, was ich sehr spannend fand.

Ich habe allerdings lange nach der richtigen Studienrichtung gesucht. Etwas mit Technik sollte es sein. Ich habe an der TU Dresden am Schnupperstudium teilgenommen und mich an sieben Universitäten beworben. Überall wurde ich angenommen. Viele der Informatikstudiengänge waren mir aber zu wirtschaftslastig. Deshalb kamen schließlich Rostock und Magdeburg in die engere Wahl. Für Magdeburg habe ich mich schließlich entschieden, weil es dort den neuen Studiengang Ingenieurinformatik gab, das einsemestrige Industriepraktikum als Bestandteil des Studiums und zudem ein Mentorenprogramm an der Fakultät für Informatik.

Wer hat dich bei deinem Interesse für Informatik besonders unterstützt?

Meine Eltern haben beide Informationstechnologie studiert. Schon meine Wiege stand quasi zwischen ihren Arbeitsplätzen zu Hause, später stand mein Schreibtisch daneben. So war ich schon früh mit dem Arbeitsmittel Computer vertraut.

Viele junge Frauen denken, dass ein Studium der Informatik nur mit Vorkenntnissen in Programmiersprachen und Top-Noten in Mathematik zu bewältigen ist. Was sagst du dazu?

Ich hatte Vorkenntnisse im Programmieren und sehr gute Noten im Mathe-Leistungskurs. Ich dachte, damit hätte ich wohl keine Probleme. Aber anfangs waren die Vorkenntnisse im Studium gar nicht anwendbar. Es wurden ganz andere Kenntnisse und Methoden gelehrt.

Wie sieht dein Studienalltag aus?

Im Semester besuche ich an fünf Tagen in der Woche die Vorlesungen und Übungen und mache anschließend die Hausaufgaben. Nebenbei habe ich die Möglichkeit, für eine Firma in Dresden zu arbeiten bzw. zu programmieren. Außerdem engagiere ich mich im Fachschaftsrat, das ist die Studierendenvertretung der Fakultät. Wir sind für Fragen und Sorgen der Mitstudierenden da. Zum Studienjahrbeginn organisiert der Fachschaftsrat ein Programm für die Studienanfängerinnen und Studienanfänger.

Was gefällt dir an deinem Studium besonders?

Die Teilnahme an unserem Mentoringprogramm war eine große Hilfe, um die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Erstsemester werden in diesem Programm von Studierenden höherer Semester desselben Studiengangs betreut, lernen Mitstudierende kennen und bilden Lerngruppen.

Gut gefällt mir an meinem Studiengang auch, dass man sowohl viel mit dem Rechner arbeiten kann, aber auch mal rauskommt. In meinem Anwendungsfach ,Produktionstechnik, kann man was zum Anfassen machen (zum Beispiel neue Produkte konstruieren, Gussteile fertigen) und man erlebt die praktische Anwendung der Informatik.

Hast du durch ein Praktikum oder ähnliches bereits Berufserfahrung sammeln können?

Zwischen Abitur und Studium habe ich drei Monate in einer Firma gearbeitet. Durch meine Mitwirkung bei einem Projekt zur Digitalisierung und Aufbereitung der internen Dokumente habe ich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen gelernt und die Scheu verloren, auf Menschen zuzugehen.

Wie ist die Situation als eine der wenigen Frauen im Informatikstudium?

Ich persönlich empfinde es als Vorteil. Es gibt einen guten Zusammenhalt mit den männlichen Kommilitonen. Manchmal wird man komisch angeguckt und begegnet Vorurteilen, aber ich habe schon früher im Programmierkurs gelernt, damit umzugehen.

Welchen Rat würdest du einer Schülerin mit auf den Weg geben, die überlegt, Informatik zu studieren?

Du solltest dich auf keinen Fall von Vorurteilen und Sprüchen anderer abschrecken lassen, sondern dir selbst ein Bild machen, zum Beispiel am Tag der offenen Tür oder beim Schnupperstudientag.

Mein Tipp wäre auch, sich auf jeden Fall in einer außerschulischen Arbeitsgemeinschaft auszuprobieren, um die eigenen Stärken besser kennen zu lernen. Hab keine Scheu, mal ein Programm zu schreiben. Software findest du im Internet oder frag deine Informatiklehrerin oder deinen Informatiklehrer.

Das Studium ist ein full-time Job, aber trotzdem eine tolle Zeit. Du kannst selbst entscheiden, was und wieviel du machst.

Du brauchst gar keine Angst davor zu haben, in einer fremden Stadt neu anzufangen. Man findet ganz schnell einen neuen Freundeskreis. Das ist sogar noch einfacher, wenn man alleine in eine neue Stadt kommt, denn dann ist man offen für neue Kontakte und findet diese auch schnell.

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