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Bioinformatik und Mammut-Puzzle

Forschende aus den Lebenswissenschaften kommen heute kaum noch ohne moderne Informationstechnologie aus. Spezielle Anwendungen helfen, Daten zu erfassen, zu analysieren und darzustellen bzw. zu visualisieren. Bioinformatikerinnen und -informatiker bringen das richtige Verständnis mit, um die passenden Lösungen zu entwickeln und anzuwenden.

Mammuts sind vor rund 10.000 Jahren von der Erde verschwunden. Wie sie ungefähr aussahen weiß man schon lange. Bisher unbekannt war dagegen, aus welchen Bausteinen das Erbgut des Mammuts besteht und wie eng es mit dem heutigen Elefanten verwand ist. Seit Ende 2005 ist auch dieses Geheimnis entschlüsselt. Einem internationalen Forscherteam ist es geglückt, einen Teil der DNA zu rekonstruieren, und zwar anhand der Überreste eines Wollhaarmammuts, die im frostigen Boden Sibiriens 27.000 Jahre überdauert haben. Einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg des Projekts leistete das Bioinformatik-Team um Prof. Daniel Huson von der Universität Tübingen.

Informatik als Werkzeug der Lebenswissenschaften
Bioinformatiker wie Huson nutzen Methoden und Werkzeuge der Informatik, um Fragen der Biologie, im weiteren Sinne auch der Chemie und Pharmazie, zu beantworten. Ihre Aufgabe beim Mammut-Projekt: die Bausteine der DNA richtig zusammenzufügen, und zwar mit Hilfe einer Software, die sie eigens dafür entwickelt haben, dem "GenomeTaxonomyBrowser". Warum ihr Erfolg eine Sensation war, erklärt Prof. Oliver Kohlbacher, der wie Huson an der Uni Tübingen Bioinformatik unterrichtet: "Das Erbgut in den Zellen ist nach mehreren Tausend Jahren meistens weitgehend zersetzt. Die Fragmente vermischen sich zudem mit solchen anderer Organismen. Bei einer so alten Gensequenz ist die Rekonstruktion zuvor noch nie gelungen."

Dass Tübingen in der Bioinformatik zu den besten Adressen der Republik zählt, ist nicht erst seit dem Erfolg des Mammut-Projekts bekannt. Der Standort gehört zu den fünf Zentren, die aufgrund ihrer exzellenten Forschung im Rahmen der "Initiative Bioinformatik" von der DFG gefördert werden.

Der Studiengang Bioinformatik wurde in Tübingen bereits 1998 ins Leben gerufen. In Baden-Württemberg ist er bis heute der Einzige seiner Art. In anderen Bundesländern gibt es diverse ähnliche Angebote. Allerdings ist der Informatik-Anteil innerhalb des Studiums in Tübingen am höchsten.

Weitere Informationen unter:
Zentrum für Bioinformatik der Universität Tübingen

Lehrstuhl für Algorithmen in Bioinformatik der Universität Tübingen

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