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8. Relevante Inhalte

Alltagsrelevante Inhalte in zielgruppenspezifischen Sprachangeboten entwickeln und verbreiten.

These: Multiplikatorinnen und Multiplikatoren haben bei der Vermittlung von Onlinekompetenz an Menschen mit Migrationshintergrund ein besonderes Potenzial, das verstärkt genutzt werden sollte. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren können Ehrenamtliche, Sozialarbeiterinnen, Sozialarbeiter, Erzieherinnen, Erzieher, Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern, Freunde etc. sein.

 

Begründung: Inhalte, die einen Bezug zur Lebenswelt aufweisen und den sprachlichen Erfordernissen der Zielgruppe Rechnung tragen, erhöhen die Motivation, digitale Medien zu nutzen und fördern einen interkulturellen und intergenerationellen Austausch. Einige Inhalte bedürfen einer kultursensiblen Aufbereitung. Für die Entwicklung zielgruppenspezifischer Angebote werden Inhalte benötigt, die für die jeweilige Zielgruppe interessant sind und an die jeweilige Lebenssituation und Sprachkenntnisse anknüpfen: Vor und während der Zuwanderung werden mehrsprachige Informationen über das Aufnahmeland und seine Gesellschaft benötigt. Jugendliche haben oft Interesse an Musik, Kultur und Lifestyle. Erwachsene interessieren sich häufig für Arbeitsplatzsuche, Reisen, Onlineshopping, Sicherheit im Netz und insbesondere Eltern suchen nach Informationen zu Erziehungsfragen, Jugendschutz im Internet oder zum deutschen Bildungssystem. Forschungsbedarf besteht noch bei der Frage, welche Themen sich als Türöffner ins Internet für ältere Migrantinnen und Migranten eignen Internetseiten von Migrantenselbstorganisationen können jenseits der „offiziellen Seiten“ von Bund, Ländern und Kommunen wichtige Plattformen zur Orientierung und Information sein. Durch die Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure kann der Qualitätsstandard der Angebote gesichert werden.

Die Produktion von alltagsrelevanten Inhalten, insbesondere durch Migrantinnen und Migranten sowie ihre Organisationen, ist zu fördern. Die Bereitstellung dieser Inhalte kann in Abhängigkeit von der Nutzungssituation gezielt mehrsprachig erfolgen, um die Identitätsfindung der jeweiligen Migrantengruppen zu unterstützen. So sind in einigen Fällen Inhalte in der Muttersprache hilfreich, um Zugangsschwellen zum Medium zu überwinden, während in anderen Fällen (z. B. Information zum deutschen Schulsystem) die Informationen eher in Deutsch oder mehrsprachig angeboten werden sollten. Wichtig ist hier eine interkulturelle Öffnung von Akteurinnen und Akteuren auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene, die die Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten bei der Gestaltung von Webangeboten berücksichtigt. Darüber hinaus sind Webangebote zu erweitern, die über ein Informationsangebot hinausgehen. Hier sollten nicht nur Informationen bereitgestellt werden, sondern Migrantinnen und Migranten sollte das Erstellen oder Bewerten von Inhalten sowie die Kommunikation mit anderen Internetnutzenden ermöglicht werden.

Gute Beispiele:

Die Flüchtlingsinitiative Refugees Emancipation e. V. bietet eine Internetseite in Deutsch und Englisch an, die über Flüchtlingsthemen informiert, Rechtsfragen aufgreift und Flüchtlingen ermöglicht, die eigene Lebensgeschichte zu veröffentlichen. Das Internet wird als Hilfsmittel eingesetzt, um der Isolation als Flüchtling zu entkommen und Kontakte zum Herkunftsland, zur lokalen Gemeinschaft und der Aufnahmegesellschaft zu knüpfen und zu pflegen. Ein Forum unterstützt den Austausch der Flüchtlinge. www.refugeesemancipation.com

Der Arbeitskreis neue Erziehung e. V. (ANE) bietet in dem Netzwerk interkulturelle Kommunikation Eltern unterschiedlicher Herkunft Unterstützung. Ziel ist die Aktivierung, Partizipation und Vernetzung von Eltern. Durch einen interkulturellen Dialog soll ihre Erziehungs- und Medienkompetenz erweitert werden. Die Angebote werden in Deutsch und Türkisch verfasst. www.aktiv-fuer-kinder.de

Der Verein türkischer Geschäftsleute in Duisburg und Umgebung e. V. (TIAD e. V.) leitet das Internationale Handelszentrum Duisburg. Die Vielzahl der von Migrantinnen und Migranten geführten Unternehmen, die über Geschäftsbeziehungen zu ethnischen Gruppen im In- und Ausland verfügen, wird hier für die Entwicklung der Stadt Duisburg gebündelt. Die Internetseite kann in deutscher und türkischer Sprache gelesen werden. www.ihz-duisburg.de

Der gemeinnützige Verein Maisha e. V. bietet auf seiner Website Informationen für afrikanische Migrantinnen und Migranten in Deutschland in deutscher und englischer Sprache an. Es werden Themen wie Kindererziehung, Gesundheitsaufklärung, Finanzplanung, Karriere und psychologische Probleme behandelt. Weiter bietet der Verein im Projekt Migrantinnen und Migranten ins Wirtschaftsleben integrierte Deutsch- und Computergrundkurse wie auch Existenzgründungsseminare an. www.maisha.org

Das bundesweit bisher einmalige Petek Business-Netzwerk Migrantinnen e. V. ist eine Initiative zur Förderung selbstständiger Migrantinnen. Petekweb fördert den Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern und die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmerinnen und Institutionen der Wirtschaftsförderung. Durch positive Beispiele unternehmerischen Engagements werden weibliche Vorbilder geschaffen, die unternehmerische Gestaltungskraft von Migrantinnen sowie ihren Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung verdeutlichen. Die Website bietet deutschsprachige Inhalte. www.petekweb.de

Gesundheit Berlin e. V. bietet mit seinem Gesundheitswegweiser webbasierte Informationen im gesundheitlichen und sozialen Bereich für Migrantinnen und Migranten an. Voraussetzung für den Zugang zu Informationen aus dem Internet sind Grundkenntnisse der Internetnutzung. Damit wird in halbjährigen Schulungen begonnen. Weiter werden Suchstrategien und die Beurteilung von Informationen im Gesundheitsbereich erarbeitet, damit die Teilnehmenden Patienteninformationen besser einschätzen können. www.gesundheitberlin.de

Das Webportal Berufliche Anerkennung der Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH bietet grundlegende und ausführliche Informationen in deutscher Sprache über den Anerkennungsprozess. Erläutert werden die Unterschiede zwischen reglementierten und nicht reglementierten Berufen, schulischer und akademischer Anerkennung sowie die spezifischen Verfahren für EU-Bürgerinnen und -Bürger, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie Drittstaatenangehörige. www.berufliche-anerkennung.de

Das Portal Webgiornale bietet italienischstämmigen Migrantinnen und Migranten in Deutschland ein Informationsportal in deutscher und italienischer Sprache an. Träger der Internetpräsenz ist die Italienische Katholische Mission in Groß-Gerau, Hessen. Dr. Tobia Bassanelli ist der ehrenamtlich tätige Chefredakteur. Die Themen des Portals sind das Leben der Italienerinnen und Italiener in Deutschland, deutsch-italienische Beziehungen, Italienerinnen und Italiener in Europa, Migration von Italienerinnen und Italienern und Weltnachrichten. www.webgiornale.de

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In Anlehnung an die Arbeitsgruppen des Nationalen Integrationsplans dokumentiert die IT-Roadmap herausragende Praxisbeispiele, die sich der Informations- und Kommunikationsmedien zur gesellschaftlichen Integration bedienen. Gleichzeitig gibt sie Handlungsempfehlungen, wie die Integration in Deutschland mit Hilfe dieser neuen Medien gewinnbringend vorangetrieben werden kann.

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