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6. Vielfalt und Differenzierung

Zur Steigerung der Onlinekompetenz von Migrantinnen und Migranten verschiedene Wege gehen.

These: Die digitale Integration von Menschen mit Migrationshintergrund bedarf einer differenzierten Herangehensweise.

 

Begründung: Das Alter, das Geschlecht, der Bildungshintergrund und das Einkommen beeinflussen den Grad der Internetnutzung von Migrantinnen und Migranten in ähnlicher Weise wie bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Weitere Einflussfaktoren kommen hinzu: die Zugehörigkeit zur ersten oder zweiten Generation Zugewanderter, die Deutschkenntnisse sowie der kulturelle/ethnische Hintergrund.
Maßnahmen und Projekte sollten sorgfältig auf die Lebenslagen, Bedürfnisse und Ressourcen der Migrantinnen und Migranten abgestimmt sein. Auf kommunaler und regionaler Ebene sind spezielle Konzepte für verschiedene Zielgruppen entwickelt worden, die verschiedene Wege aufzeigen. Diese Methoden und Ansätze müssen als Modelle verfügbar sein und weiterentwickelt werden.

Angebote und Maßnahmen zur Steigerung der Onlinekompetenz von Migrantinnen und Migranten bedürfen einer sorgfältigen, zielgruppenspezifischen Konzeption und Durchführung.Dazu gilt es, kulturelle und ethnische Besonderheiten zu berücksichtigen, kostengünstigeund mehrsprachige Maßnahmen anzubieten sowie informelle Lernorte des individuellenLebensumfelds zu bevorzugen. Es müssen Lernkontexte geschaffen werden, um das „Lernen zu lernen“.

Gute Beispiele:

Refugees Emancipation e. V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Stärkung und Emanzipationvon Flüchtlingen in Deutschland. Der Verein bietet in Potsdam ein Internetcafé mit kostenlosenZugangsmöglichkeiten für Flüchtlinge an. Weiterhin gibt es PC- und Internetangebote,um die Bildungschancen von Flüchtlingen zu erhöhen sowie Kommunikation und Austauschmit der Aufnahmegesellschaft und den Herkunftsländern zu ermöglichen. www.refugeesemancipation.com

Das Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen (BFmF) bietet mit demProjekt Stärkung der Medienkompetenz Migrantinnen die Möglichkeit, über das Erlernenvon Onlinekompetenz mithilfe einer einjährigen Maßnahme ihre beruflichen und gesellschaftlichenChancen zu verbessern. Die Zielgruppe des Projekts sind Absolventinnen vonIntegrationskursen. Die Teilnehmerinnen lernen, Computer und Internet anzuwenden sowie alltags- und berufsrelevante Informationen zu suchen und zu bewerten. www.bfmf-koeln.de

Bei der CoLab gGmbH trainieren Jugendliche mit postsowjetischem Migrationshintergrundbeim multikulturellen Internetradiosender Rasik sowohl ihre Medienkompetenz als auchihre sozialen Kompetenzen und können dort ein Praktikum, ein Volontariat oder eine Ausbildungabsolvieren. www.colab.de

Im Projekt buerger-gehen-online der Stadt Esslingen am Neckar wurde im Referat fürMigration und Integration eine internationale PC-Gruppe eingerichtet, die von Mentorinnen und Mentoren mit Migrationshintergrund betreut wird. Diese Gruppe trifft sich wöchentlich und die gemeinsame Sprache ist Deutsch. Neben dem praktischen Spracherwerb findet in dem informellen Kreis auch ein reger interkultureller Austausch statt. www.buerger-gehen-online.de

Das Arabische Kulturinstitut Aki e. V. bietet in dem Projekt Computertreff Rollberg Familien insbesondere arabischer, aber auch deutscher Herkunft verschiedene Internet- und PC-Kurse an. Neben allgemeinen PC- und Internetangeboten gibt es zielgruppenspezifische für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche. Das Angebot soll auch dazu beitragen, bestehende Vorurteile zwischen deutschen und arabischen Familien abzubauen. www.aki-ev.de

Seit 2002 führt die Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung e. V. das Projekt IMES – Neue Bildungsangebote und -methoden für die Integration von Migranten in die Europäische Gesellschaft durch. Die Maßnahme ermöglicht erwerbslosen Migrantinnen und Migranten, sich digitale Fähigkeiten anzueignen. Das didaktische Konzept ist auf niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten für die Teilnehmenden ausgerichtet. Die interkulturellen Computer- und Internetkurse finden an öffentlichen Standorten statt. Mit diesem Projekt können die Teilnehmenden ihre interkulturelle Kommunikation verbessern, ihre beruflichen Chancen und ihre aktive Staatsbürgerschaft steigern. www.imes.info

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Pressemitteilungen

18.12.2008 Dokumentation
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