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11. Potenzial Onlinekommunikation

Potenziale neuer Formen der Onlinekommunikation für Gesellschaft und Individuum im Hinblick auf Integration und Partizipation erschließen.

These: Über Web-2.0-Anwendungen werden Möglichkeiten geschaffen, die neue Formen der Kommunikation sowie Alltags- und Konfliktbewältigung generieren.

 

Begründung: Die über das Internet zugänglichen Inhalte und Diskurse bieten eine neue Vielfalt an Orientierungen für Werte und Normen der Gesellschaft. Zu beobachten ist, dass sensible Themen, wie z. B. die sexuelle Orientierung des Einzelnen oder Gewalt in der Familie, nur im Internet diskutiert werden. Aus Furcht vor Sanktionen vor dem familiären, religiösen oder kulturellen Hintergrund unterbleibt der persönliche Austausch zu sensiblen Themen. Das Internet ist auch Orientierungsraum für alltägliche Fragen, wie z. B. zur Erziehung. Auf diese Weise kann die eigene Position in Relation zu Werten und Normen der Aufnahmegesellschaft gesetzt und das Selbstvertrauen gestärkt werden. Auch die transnationale Orientierung des Internet spielt bei der Werteorientierung eine wichtige Rolle. Neue Freiräume im Internets ermöglichen, interkulturelle Identitäten auszuloten und Emanzipationsbewegungen auszulösen. Zugleich beinhalten diese Freiräume auch Gefahren und können negative Wirkungen wie Mobbing, Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Pornografie, Extremismus und Fundamentalismus haben.

Die neuen Möglichkeiten der Onlinekommunikation können systematisch zur Integration von Migrantinnen und Migranten und zur Verbesserung ihrer gesellschaftlichen Partizipation genutzt werden, sofern die damit verbundenen Potenziale und Herausforderungen präzise in den Blick genommen werden. Politische Mitwirkung über Onlineforen, Meinungsführerschaft und Elitenbildung im Netz haben Rückwirkungen auf das gesellschaftliche Miteinander, die Identitätsbildung und Alltagsbewältigung von Migrantinnen und Migranten. In Bezug auf die Herausbildung von kulturellen transnationalen Gemeinschaften ist die Rolle des Internets bisher jedoch ebenso wenig untersucht worden wie die Wirkung neuer Formen der Kommunikation, Identitätsbildung und Konfliktbewältigung im Internet auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft.

Gute Beispiele:

Schulen ans Netz e. V. bietet mit seinem Projekt „Mixopolis – Interkulturelles Jugend-Online- Portal zur Berufsorientierung“ ein Informations- und Kommunikationsangebot rund um die Themen Beruf, Gesellschaft und Jugendkultur an. Jugendlichen und Fachkräften steht ein Onlineportal mit umfangreichen Onlinetrainingsangeboten zur Verfügung. Betreut wird die Plattform von E-Mentorinnen und E-Mentoren, die auf allen Portalbereichen als junge und kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. www.mixopolis.de

In Jurblog.de schreibt der türkischstämmige Jurist Ekrem Senol über Integration, Ausländerrecht und -politik. Im Fokus des Blogs stehen Artikel zu den Themen Recht, Politik, Feuilleton und Gesellschaft. Gastbeiträge anderer Autorinnen und Autoren finden sich dort ebenfalls. Die Interaktivität des Blogs ist durch die Möglichkeit gegeben, die geschriebenen Artikel zu kommentieren. www.jurblog.de
Das Portal theinder.net ist eine Informations- und Kommunikationsplattform für indische, indischstämmige sowie indieninteressierte Menschen in Deutschland. Sie wird ehrenamtlich von Indien Netzwerk e. V. betrieben. Neben Informationsangeboten zu verschiedenen Themen über das deutsch-indische Leben in Deutschland werden Kommunikationsmöglichkeiten in Chats und Diskussionsforen angeboten. Die Hauptverständigungssprache ist Deutsch. Einzelne Artikel werden auf Englisch angeboten. In Diskussionsforen werden Themen auch auf Hindi, Punjabi, Malayalam, Tamil oder Bengali diskutiert. www.theinder.net

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