Wegweiser für zukünftige Maßnahmen und Projekte
Parallel zur technischen und inhaltlichen Weiterentwicklung des World Wide Web hat sich in den letzten zehn Jahren eine Landschaft aus Projekten und Initiativen gebildet, die sich mit den spezifischen Bedürfnisse bestimmter Zielgruppen wie Frauen, älteren Erwachsenen ab 50 Jahren, Erwerbslosen und Menschen mit Behinderung beschäftigen. Für diese Zielgruppen werden spezielle Lern- und Erfahrungsräume angeboten. Darüber hinaus haben freie und öffentliche Bildungsanbieter sowie Web-Unternehmen und Provider das Potenzial für ihren Markterfolg erkannt und entsprechende Produkte und Dienstleistungen am Markt etabliert. Die Effekte der damit verbundenen Verbesserungen sind an den jährlichen überdurchschnittlichen Wachstumsraten in der Gruppe der Frauen und älteren Erwachsenen ablesbar.
Um die bereichernde Vielfalt des Internets auf einfachem Weg erleb- und erfahrbar zu machen müssen die bisherigen Aktivitäten und Anstrengungen intensiviert und ausgebaut werden:
Die Chancen der Nutzung digitaler Medien sind jedoch ungleich verteilt und orientieren sich stark an soziodemografischen Faktoren wie Lebensalter, formalem Bildungsabschluss und dem damit einhergehenden persönlichen und beruflichen Status. Die daraus resultierenden sozialen Unterschiede verhindern den chancengleichen Zugang zur Ressource Internet und verstärken zusätzlich gesellschaftliche Ungleichheit. In Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie in innerbetrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen muss Online-Kompetenz immer mit den jeweiligen Bildungsinhalten vermittelt werden.
Die Vermittlung digitaler Kompetenz als Kulturtechnik der Mediennutzung, Medienkunde, Mediengestaltung und Medienkritik muss elementarer Bestandteil aller Bildungsangebote sein:
Das Internet hat das weit verbreitete Image eines jungen und technikzentrierten Mediums, bedingt durch seinen Entstehungszusammenhang und seine rasante Entwicklung. Dadurch wird der Blick auf die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten, die das Internet bietet, oft verstellt. Die massenhafte Verbreitung des Internets in den jüngeren Altersgruppen, die an den Computer gekoppelte Nutzung und die durch Technik- und Marketingsprache gekennzeichneten Begrifflichkeiten haben die Distanz zum Internet insbesondere in der älteren Generation eher noch verstärkt. Von der Vielfalt der Angebote und Informationen scheint eher eine Bedrohung als eine Bereicherung auszugehen. Je weniger Berührungspunkte zwischen der digitalen und realen Welt erkennbar sind, desto stärker wird dieser Trend. Die weite Verbreitung englischer Begriffe im deutschsprachigen Internet zeigt, dass auf die Übersetzung informationstechnischer Fachsprache in alltagssprachliche Begriffe wenig wert gelegt wird, um das Internet darüber in der Lebenswelt aller Bevölkerungsgruppen zu verankern.
Die Erfahrungs- und Erlebniswelten der Onliner und Offliner dürfen sich nicht weiter entkoppeln um die Distanz allgemeiner Einstellungen zu verringern:
Knapp 40 Millionen Internetnutzende bilden keine homogene Gruppe oder verschworene Gemeinschaft: Alle Alters-, Berufs-, Bildungs- und Einkommensgruppen sind vertreten. Frauen und Männer in unterschiedlichen Alltags- und Lebenssituationen, mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund nutzen das Netz privat und beruflich, viel oder wenig, schon seit Jahren oder erst seit Kurzem. Sie alle haben den Einstieg gefunden: Eigenständig oder mit persönlicher Unterstützung, in Gemeinschaften oder im Kurs, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Sie kennen einen Weg ins Netz, sie haben Erfahrungen mit Anfangstücken und technischen Fallen und sie kennen Lösungen. Die Erfahrungen und Kenntnisse der internetnutzenden Menschen, das Wissen, welche Adressen und Angebote nützlich und hilfreich sind, ist im scheinbar unübersichtlichen Informationsgewirr für andere von großem Wert. Gerne werden diese Erfahrungen in realen oder virtuellen Gemeinschaften ausgetauscht. Diejenigen, denen ihr persönlicher Gewinn und ihre gewonnen Kenntnisse der Internetnutzung bewusst sind, können Wegbereiter im Familien-, Bekannten- und Freundeskreis sowie im Beruf und Ehrenamt sein.


















