Ergebnisse der "Ingenieurerhebung" 2007
2007 ist ein weiteres Rekordjahr für den Maschinenbau. Die Personalentwicklung aber läuft dem Boom hinterher. Eine Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ergibt, dass die Zahl der offenen Stellen für Ingenieurinnen und Ingenieure in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird.
Hierzulande vermeldet der Anlagen- und Maschinenbau mindestens 8000 bis 9000 offene Stellen für Ingenieurinnen und Ingenieure. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle "Ingenieurerhebung" des VDMA. An der Befragung, die der Verband alle drei Jahre durchführt, nahmen 431 der fast 3000 Mitgliedsfirmen teil.
Von ihnen betonen 74 %, dass ihr Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren in den nächsten fünf Jahren weiter steigen werde, 21 % gehen davon aus, dass er gleich bleibe. Die Folge sind künftig noch mehr offene Stellen, prophezeite der neue VDMA-Präsident Manfred Wittenstein bei der Präsentation der Ergebnisse, "denn mit den Hochschulabsolventinnen und -absolventen allein können die Unternehmen ihren Bedarf nicht decken".
Eine Ursache des Fachkräftemangels sei, dass der Anteil der Ingenieurinnen und Ingenieure an der Gesamtzahl der Beschäftigten im Maschinen- und Anlagenbau kontinuierlich steigt. Er beträgt laut VDMA-Befragung zurzeit 16,5 % und ist somit fast 5 %-Punkte höher als 1997. Von den 915 000 Beschäftigten im Maschinenbau sind heute 148 200 Ingenieurinnen und Ingenieure.
Junge Ingenieurinnen und Ingenieure müssten nicht befürchten, dass sie in einigen Jahren wieder auf der Straße stehen. Hinzu komme, dass sich in den Unternehmen verstärkt das Bewusstsein entwickle: Wir müssen mehr dafür tun, dass unsere jungen Fachkräfte auch in zehn Jahren noch die benötigte Kompetenz haben und flexibel einsetzbar sind.
Die Bemühungen, mehr Frauen für den Ingenieurberuf zu erwärmen, stießen bislang auf wenig Resonanz, beklagt der VDMA. Ihr Anteil an den Ingenieuren und ingenieurwissenschaftlichen Studenten liege seit 2001 knapp unter 6 %. Hier gelte es, anzusetzen.
Einen weiteren Hebel sieht der Verband bei den Studienabbrechern. Ihre Quote beträgt bei den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen 34 %. Junge Menschen hätten durch die Studienwahl technisches Interesse signalisiert und ließen sich eventuell für eine Facharbeiterausbildung gewinnen.
Besonders gefragt werden in den kommenden Jahren im Maschinen- und Anlagenbau Ingenieure der Richtung "Maschinenbau/Verfahrenstechnik" sein. 86 % der Unternehmen signalisieren hier Bedarf. An zweiter Stelle folgen die Elektrotechnikerinnnen und Elektrotechniker (59 %) vor den Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieuren (30 %).
Als problematisch erachtet der Verband, dass Anforderungsprofil und Ausbildung bei vielen Berufen "immer weniger zusammenpassen". Neue Berufsbilder benötigten zugeschnittene Ausbildungen. Der VDMA arbeitet deshalb an der Entwicklung neuer Berufsbilder mit - etwa dem des Produktionstechnologen. Diese "Fachkräfte für die intelligente Produktion" sollen Produktionsprozesse in Unternehmen "erproben, sichern und optimieren".
Weitere Informationen zu den Ergebnissen der VDMA- Ingenieurerhebung 2007 unter: www.vdma.org














