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Vom 20. bis 22. Mai 2010 trafen sich Geschäftsfrauen aus aller Welt zum Weltfrauengipfel in Beijing/China. Die Teilnehmerinnen erörterten das Problem fehlender Aufstiegschancen für Frauen in die Führungspositionen und diskutierten Strategien, wie Frauen und Männer effektiver zusammenarbeiten können.

Maud Pagel, Vizepräsidentin der Deutschen Telekom und Ehrenmitglied des Kompetenzzentrums Technik, Diversity und Chancengleichheit e.V., hielt einen Vortrag über mögliche Strategien, wie Gender-Vielfalt in Europa erreicht werden könnte.

Der Vize-Präsident von Microsoft International, Ali Faramawy, benannte Vorstellungen, die Männer über Kolleginnen und weibliche Führungskräfte haben und hielt fest, dass Männer Frauen schnell als „gefühlsbetont“ bezeichnen und mutmaßen würden, dass Frauen sich aufgrund ihres Geschlechts in einer geschützten Position befänden. Daher sei es schwierig, Konflikte mit ihnen auszutragen. Er betonte, dass diese Problematik real sei, und dass diese Vorurteile zu einer Minimierung der Aufstiegschancen von Frauen führen können.

Untermauert wird dies durch einem Bericht, welcher auf einer Konferenz der Corporate Women Directors International und der World Bank’s International Finance Corp veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse des Berichts „Beschleunigung der Vielfalt in Firmenvorständen“ (Accelerating Board Diversity) zeigen die düstere Realität des Aufstiegsmangels der Frauen: in nur einem Drittel der 45 untersuchten Länder mit mindestens 20 befragten Großunternehmen machen Frauen mehr als 10 Prozent der Firmenmanager aus. Mit weniger als 8,9 Prozent Anteil an weiblichen Managern führt Hongkong die Liste der untersuchten Länder der Asien-Pazifik-Region an; danach folgen Australien (8,3 Prozent), China (7,2 Prozent), Indien (5,1 Prozent) und Japan (1,4 Prozent). Bulgarien weist mit 17,7 Prozent eine der höchsten Quoten an weiblichen Firmenvorständen auf, dahinter folgen die USA (15,2 Prozent), Südafrika (16,4 Prozent), England (12,2 Prozent) und Brasilien (4,5 Prozent), während Saudi-Arabien das Land mit den wenigsten weiblichen Führungskräften (0,1 Prozent) ist.

Norwegen gilt dank der Frauenquote mit einem Anteil von 44,2 Prozent an weiblichen Vorständen als Vorbild für andere europäische Länder. Der Bericht stellt auch fest, dass mannigfaltige Firmenvorstände bessere Grundsatzlinien festsetzten und dass Firmen, die gut geführt werden, wiederum auch mehr Frauen einstellen. Dies könnte ein wertvoller Ansatz für krisengeschüttelte Unternehmen sein, so das Fazit des Berichts.

China dagegen diskutiert keine Gender-Quoten. Shi Qingqi, Generalsekretärin des Chinesischen Verbandes Weiblicher Unternehmerinnen, sagt, dass eine Frauenquote im mächtigen Staatssektor undenkbar wäre; Privatunternehmen hingegen werden zu 25 Prozent von Frauen geführt.
Besonders unter chinesischen Geschäftsfrauen ist es üblich, sich ein „männliches“ Verhalten anzueignen und sich bewusst nicht gefühlsbetont zu zeigen. Um Karriere zu machen müssten sich Frauen wie Männer verhalten. „Denk nicht, dass du eine Frau bist! Du musst deine Rolle perfekt spielen“, so Wu Naifang, Präsidentin von Tianjin Tasly Pharmaceutical.

Weitere Infos: www.globewomen.org

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