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Umfrage: Abschied vom Alleinverdienermodell

TNS Emnid hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung im März 2011 über 1.000 Bürgerinnen und Bürger zum Thema "Familie" befragt. Die Mehrzahl der BürgerInnen meint, dass Einverdienerehen schon aus ökonomischen Gründen weiter abnehmen würden. Neben der ehelichen Familie halten die meisten Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer die gesetzliche Gleichstellung von anderen Lebensformen für zeitgemäß, wenn Kinder im Haus sind.

Die Bedeutung der klassischen Familienform, in der der Ehemann als Alleinverdiener für den gemeinsamen Lebensunterhalt sorgt und die Ehefrau die Kinderbetreuung übernimmt, wird, nach Meinung von knapp 60 Prozent der Befragten, weiter abnehmen. Als Hauptgrund wurde von 41 Prozent ein ökonomischer Grund genannt: Nur ein Einkommen würde nicht ausreichen, um eine Familie zu ernähren. 30 Prozent sind der Auffassung, dass Frauen berufstätig sein wollen bzw. sollen. 13 Prozent nennen "Gleichberechtigung in Gesellschaft und Beruf" als Grund für die abnehmende Bedeutung der Alleinernährerfamilie.

In der Publikation "Familienpolitik im 21. Jahrhundert. Herausforderungen, Innovationen und Synergien", kommentiert die Bertelsmann-Experten-Kommission "Familie" die Umfrageergebnisse und leitet daraus Forderungen ab. Sie stellte heraus, dass die Doppelverdienerfamilie zwar gelebte Realität sei, sich dieses in Unternehmenskulturen aber häufig noch nicht widerspiegel. Vielmehr lebe das traditionelle Bild vom Vater als Alleinernährer unterschwellig weiter. Notwendig sei ein Umdenken, so Fachleute: "Auch im Interesse der Wirtschaft muss es um eine familiengerechte Arbeitswelt gehen und nicht um arbeitsgerechte Familien."

Die Umfrage legt nahe, dass die gesetzliche Bevorzugung der klassischen ehelichen Familie nicht mehr zeitgemäß zu sein scheinen. So stimmten die Befragten in einem hohen Maß überein, dass für alle Familienformen die gleichen rechtlichen Regelungen gelten sollten. So sind 87 Prozent der Meinung, dass sie vor allem Alleinerziehenden zu Gute kommen sollten. Aber auch Patchworkfamilien (86 Prozent), nichteheliche Partnerschaften mit Kind (75 Prozent) und gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit Kind (64 Prozent) sollten von Regelungen profitieren, die bislang ehelichen Familien vorbehalten sind.

(Quelle: vaeter-nrw.de)

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